Zupapa!

Zupapa!

  • FACE / SNK

  • 2001

  • Puzzle

  • MVS

  • 46 Megs

  • 1-2 Players

Zupapa und Zupipi wollen die Welt retten. Dabei helfen ihnen die kleinen Zooks. Nein, Sie lesen keinen Programmhinweis auf die Teletubbies und ich bin nicht betrunken. Sie sind bloß mitten drin im Test zu „Zupapa!“. Und wer nicht bereits bei diesen Knuddel-Namen oder beim Anblick der süß-bunten Kindergrafik Zahnschmerzen bekommt, hat Glück: Zupapa ist eines der besten Jump & Runs auf dem Neo Geo. Allerdings ist die Konkurrenz auch überschaubar und das große Vorbild Bubble Bobble nicht für die SNK-Konsole erschienen.

‚Benutze die Sternen-Bombe für kolossale Ketten‘, verrät der Beipackzettel von Zupapa. Klingt gut, versteht vermutlich aber zunächst keiner. Gemeint ist mit dem kryptischen Slogan, dass man getötete Gegner in Sterne verwandelt, die dann weitere Feinde auflösen und in Bonuspunkte verwandeln können. Doch langsam und von vorne: Mit dem B-Knopf springt Ihr Zupapa. Zupapa, das ist das seltsame Wesen, das Spieler 1 steuert. Das Ding sieht mit seinem runden, blauen Körper und den spitzen Ohren (die wackeln sogar manchmal) entfernt aus wie Sega-Igel Sonic. Spieler 2 steuert sein rotes Pendant Zupipi. Mit dem A-Knopf boxen Sie Widersacher K.O. oder werfen Zooks. Zooks, das sind kleine Zupapas und Zupipis (Gnade, die Zahnschmerzen werden schlimmer!). Bis zu vier der Schützlinge können Sie gleichzeitig auf die Nilpferde, Sumo-Ringer oder Mini-Frankensteine schleudern. Mit je mehr Zooks Sie die Burschen betäuben, desto größer wird der Radius der Sternen-Bombe. Aber nicht vergessen, die Zooks nach Gebrauch und zu Anfang jeder Runde wieder einzusammeln!

Jedes Level passt komplett auf den Bildschirm, so dass wohl nur Betrunkene oder Farbenblinde den Überblick verlieren könnten. Sind alle Gegner weggeputzt geht es in die nächste Runde. Neun Welten mit bis zu fünf Levels gönnt Ihnen SNK. Jede Welt wartet mit einem Endgegner auf. Mir persönlich gefällt eindeutig Dracula am besten, aber der Rest ist etwa mit einem verschnupften Mammut, einer fleischfressenden Pflanze oder dem feuerspuckenden Reitdrachen nicht verkehrt. Und die Kerle verwandeln sich sogar in Bonusgegenstände sobald sie besiegt sind! Punktejägern bietet Zupapa ohnehin reichlich Gelegenheit zum Austoben: Es gibt drei Punkte-Extras (zum Beispiel Punkte für jeden Sprung) und zwei Bonusrunden, wo man in einem „Hau den Lukas“-Spiel absahnen darf.

Doch was um alles in der Welt treibt eine Firma dazu, so ein altbackenes Spiel, selbst wenn es nicht schlecht ist, Jahre nach dem Boom der 2D-Jump&Runs zu veröffentlichen? Natürlich: Geld! Je weniger der Kram kostet, um so besser für die Gewinnspanne. Unter dieser Maxime lief auch Zupapa bei SNK. Der Aufwand war dabei tatsächlich erstaunlich gering, denn das von Face (Gururin, Money Puzzle Exchanger) programmierte Spiel lag bereits seit 1994 fertig in der Schublade. Im Grunde unverständlich, denn damals hätte es bestimmt mehr Aufmerksamkeit bekommen. Heute reißt besonders die animationsarme Grafik sicherlich niemand mehr vom Hocker. Der schräge Soundtrack mit den lustigen Samples hingegen, gehört zu den Besten auf dem Neo Geo, ist aber sicherlich auch nicht jedermanns Geschmack. Das artverwandte Nightmare in the Dark hängt Zupapa jedenfalls trotz hohen Alters locker ab. Allein der ruckelfreie (!) 2-Spieler-Modus ist den Kauf wert.

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