Super Bubble Pop

  • Runecraft Software/Vectorlogic

  • 2004

  • Puzzle

  • MVS

  • 108 Megs

  • 1-2 Players

Treffen mindestens drei gleichfarbige Blasen aufeinander, lösen sie sich auf. Das klingt nicht neu und ist es auch nicht. Aus der Klax-Perspektive schießt der Spieler mit dem A-Knopf blaue, grüne, gelbe und rote Kugeln auf neun Bahnen in den Bildschirmhintergrund. Stufenweise rücken von dort neue Blasen ins Bild und schieben die alten nach vorne. Erreichen die Blasen die vordere Spielfeldgrenze, hat der Spieler verloren. Löst man jedoch vorher alle Blasen auf oder sammeln drei Token-Symbole, folgt der nächste Level. Am linken Bildrand sind jeweils die zwei kommenden Blasen zu sehen.

Mit Super Bubble Pop setzt Vectorlogic ein zuvor auf diversen Konsolen und am PC veröffentlichtes Denkspiel für das MVS um. Ohne Unterstützung von SNK(P) wohlgemerkt. Dennoch handelt es sich bei dem Spiel nicht um ein Bootleg. Die Briten verwenden eigenständige Programmroutinen und liefern das Spiel in komplett neu entworfenen Modulhüllen. Das ist mehr als die anderen Projekte von Vectorlogic von sich behaupten können. Das zuvor angekündigte Spiel Neo Sparks erblickte nie das Licht der NeoGeo-Welt, von weiteren Spielen gibt es seit geraumer Zeit nur ein paar Screenshots. Große Hits sind von der als Hyper-NeoGeo-64-Händler bekannt gewordene Firma aber wohl ohnehin nicht zu erwarten.

Auch der erste Eindruck von Super Bubble Pop wirkt dementsprechend billig. Die detailarme Rendergrafik sieht aus, als käme sie mit vier Farben aus, Animationen existieren kaum und der beste Effekt im Spiel ist noch, wenn sich das dreidimensionale Spielfeld bei Seitwärtsbewegungen der Spielfigur zur Seite dreht, damit man die übereinander getürmten Blasen besser sieht. Die handvoll basslastiger Discomusikschleifen verdrängt man mangels Abwechslung mittels selektiver Wahrnehmung nach fünf Minuten ebenfalls besser ins Unterbewusstsein. Das Merkwürdige ist jedoch: Je länger man sich mit dem Spiel beschäftigt, desto mehr fesselt es an den Arcadestick. Das liegt daran, dass das Spielprinzip zwar simpel ist, aber durchaus funktioniert.

In der Regel baut der Spieler mit seinen Blasen Türmchen. Möglichst in einer Farbe. Drei gleichfarbige Kugel übereinander und die Teile verschwinden vom Bildschirm. Es gibt neben vertikalen Dreierkombinationen aber auch die Möglichkeit, Blasen horizontal platzen zu lassen. Das ist durchs die nachrückenden Blasen allerdings ungleich schwieriger, da sich die Reihen leicht verschieben. Außerdem gibt es noch Felsen, die kurzfristig den Weg blockieren. Zeitextras sorgen für Bonuspunkte und wer fleißig Plasmabälle sammelt, baut seine Extrawaffe (B-Knopf) bis zum äußerst hilfreichen Erdbeben aus. Die Extrawaffe nimmt der Spieler sogar mit ins nächste der laut Herstellerangaben 50 Levels: Power-Ups zu sparen macht also durchaus Sinn. Zusätzlich lädt der Spieler einen Energiebalken durch Blasenabbau einer bestimmten Farbe auf, die sich nach der gewählten Spielfigur richtet (drei Charaktere plus ein versteckter). Beginnt besagte Leiste zu blinken, darfst du per C-Knopf eine Spezialattacke zünden: Und so ein Meteoriten-Sturm oder eine Droidenschwarm-Attacke entschärft wirklich die brenzligsten Situationen.

Der Zwei-Spieler-Modus von Super Bubble Pop ist unnütz, da die Spieler nur nacheinander dran kommen. Das Spiel an sich bringt aber durchaus Freude. Man merkt dem Titel zwar an, dass seine Wurzeln nicht unbedingt in der Spielhalle liegen, aber das lässt sich verschmerzen. Auch wenn es sich schnell als schwierig erweist, ist die Lernkurve der Blasenaction angemessen. Falls es etwas weiter verbreitet wäre, stünden vermutlich spannende Highscore-Matches an. Ein weiteres Denkspiel, das seine Zelte gerne am MVS aufschlagen darf!

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