SNK Gals Fighters

Yumekobo, das Team hinter Blazing Star und Prehistoric Isle 2 (beides NeoGeo) präsentiert mit SNK Gals Fighters ihren ersten Prügler und haben sich wirklich mächtig ins Zeug gelegt. Wie es der Name schon erahnen lässt, handelt es sich bei GF um ein Turnier zwischen SNK’s weiblichen Prügel Helden. Mit von der Party sind Mai Shiranui aus Fatal Fury, Nakoruru und Shiki aus Samurai Shodown, Leona, Athena und Shermie aus King of Fighters, Yuri Sakazaki aus Art of Fighting und Akari aus The Last Blade. Als Bonusdamen warten Whip und Yuki, Kyo Kusanagi’s Freundin(!) darauf, freigepielt zu werden. Sie alle folgten der Einladung einer gewissen Miss X, die euch am Ende des Turniers noch persönlich herausfordert. Bereits nach wenigen Spielminuten wird klar, dass Yumekobo bei GF neben einer vorbildlichen Engine vor allem auf Humor gesetzt hat. SNK’s Vorzeigedamen schmeissen sich aberwitzige Specials, DM’s und SDM’s nur so um die Ohren, bei denen man das ein oder andere Mal ins schmunzeln kommt. Yumekobo hat es sich nicht nehmen lassen, bewerte Specialmoves zu Gunsten des Comedy Effekts zu verändern. So wehrt Athena z.B. gegnerische Attacken anstatt mit ihrem Forcefield mit Kensou (ihrem Teamkollegen aus The King of Fighters) ab, Mai Shiranui verwirrt den Gegner indem sie sich in einem Kimono ohne ‚etwas drunter‘ präsentiert, Leona fordert gleich einen Kampfjet zur Verstärkung an und Boss Miss X fährt euch mit der Vespa an(!).

Aber GF ist bei all dem Slapstick nicht als Comedy-Gebolze abzuwerten, denn wie oben bereits erwähnt bewegt sich die Qualität der Engine ganz oben in der Liga der Pocketfighter. Das Combo-Verhalten ist mit den KoF-Teilen auf SNK’s Kleinstem zu vergleichen, wobei sich Specials etwas leichter in DM’s und SDM’s canceln lassen, was auch nötig ist, denn Supermoves, die nicht aus einer Combo heraus ausgeführt werden, blockt die CPU knallhart zu 95%. Die Käpferdamen haben alle wichtigen Specials und Supermoves aus vorangegangenen Spielen (teilweise, wie bereits erwähnt, modifiziert). Einige Moves, wie etwa Leona’s Boomerang Hairband wurden wegrationalisiert. Die Supermoves wurden auf einheitlich drei pro Charakter aufgestockt, plus einem sogenannten Pretty Burst, eine Art Supertaunt, der bei erfolgreicher Anwendung unterschiedliche Effekte beim Gegner bewirkt (Powerleiste gleich Null, Dizzy oder kurze Zeit keine Specials). Ein witziges Element ist auch der ‚Running Ruck‘: stossen die Kontrahenten beim rennen zusammen, raufen sie sich in einer Staubwolke (siehe Bild), woraufhin unter heftigem Bearbeiten der Buttons ein Sieger festgestellt wird, der einige Sekunden vor dem Verlierer die Möglichkeit hat, einen Special, Super oder eine normale Attacke auf den wehrlosen Gegner loszulassen. Sehr gelungen finde ich das Superfinish: schlagt ihr eure Gegnerin mit einem Supermove K.O., werden im Hintergrund Bilder von Schlüsselszenen aus dem Leben der besiegten abgespielt! Wirklich gute Idee!

Als zusätzliches Feature bekommt ihr durch erfüllen von bestimmten Konditionen nach dem Sieg (Perfekt, Superfinish) über eure Gegner noch Spezial-Gegenstände, die ihr beim nächsten Antreten auswählen und anwenden dürft. Hier gibt es verschiedene Effekte, wie etwa von Anfang an aufgeladene Powerleisten oder dezimierte Energie des Gegners. Die Hintergrüde bewegen sich qualitativ im mittleren Bereich. Die Burgmauer z.B. ist top, Die Wüsten Stage eher belanglos aber okay. Witzig ist die ‚Heisse Quelle‘, hier könnt ihr einigen SNK-Stars, wie etwa Haohmaru beim baden zuschauen! Richtig negativ ist mir bei GF eigentlich nur das Charakter Line-Up aufgefallen. Hier fehlen mir eindeutig die Insider Charaktere wie King, Blue Mary oder Charlotte. Die GF Charaktere waren fast alle schon mal auf dem Pocket aktiv und die meisten waren auch schon 1999 bei SNK vs. Capcom dabei. Hier hat man IMO wirklich nicht die optimalste Wahl getroffen. Whip und Yuki bilden da die Ausnahme und besonders die Teilnahme der letzteren ist mehr als lobenswert. Fazit: technisch einwandfreies Prügelspiel mit urkomischen Slapstickeinlagen, tollen Innovationen, einer derben Miss X, aber teilweise etwas angestaubtes Kämpfer Line-Up. Trotzdem der Prügelspass schlechthin für Zwischendurch.

– KGenjuro | Torsten