Shock Troppers – Second Squad

ショックトルーパーズ セカンドスカッド

  • Saurus

  • 1998

  • Run 'N Gun

  • NGH / AES | MVS

  • 514 Megs

  • 1-2 Players

Nach dem grandiosen ersten Teil hatte ich mich sehr auf Shock Troopers 2nd Squad gefreut, doch nach dem ersten intensiveren Spielen blieb davon leider nicht mehr viel übrig. Irgendwie haben Saurus es geschafft, ST2 in so gut wie allen wichtigen Punkten gegenüber dem ersten Teil zu verschlechtern. Aber der Reihe nach. Nach dem guten Intro, das Lust auf ein hartes Action-Game macht und gleich klarstellt auf welcher Seite Ihr (mal wieder) kämpft war ich zuerst über die nur vier (statt acht bei ST) eigenen Charaktere enttäuscht. Die vier unterscheiden sich wie üblich durch Speed, Power und ihre jeweilige Waffe, aber da ST2 im Vergleich zu anderen Action-Titeln wirklich extrem langsam läuft finde ich eigentlich alle Figuren bis auf eine zu langsam (auch dazu später mehr). Ausserdem fällt auf, das die eigenen Figuren im Gegensatz zu Teil 1 gerendert sind. Hmh… Nach der Wahl der Figur landet Ihr direkt (der Team-Modus wurde leider wegrationalisiert) in der ersten Stage, ohne die bei ST noch mögliche Wahl aus drei komplett verschiedenen Routen. Als wäre das Alles noch nicht genug wird spätestens jetzt klar, das nicht nur die Figuren sondern das ganze Spiel im typischen Saurus-Magerfarben-Renderlook „erstrahlen“. Und wie schade das ist!

Die gezeichntete (und mit gerenderten Elementen und Objekten gemischte) Grafik von Shock Troopers hatte deutlich mehr Flair zu bieten und passte perfekt zu der überzeichneten Action. Die gerenderten Figuren dagegen sehen dagegen eher aus wie bei Playmobil und wirken eher lächerlich. Und zu allem Überfluss habe ich ständig das Gefühl, dass das Neo Geo mit dieser Grafik (oder zumindest der Engine von Saurus) eigentlich überfordert ist. Genau wie Brikin’ger läuft ST2 von Anfang an sehr langsam, was die schnelle Action des Vorgängers völlig zerstört. Dazu kommen noch bei vielen Objekten gleichzeitig oder zu zweit Slowdowns, die jeder Beschreibung spotten (Wenn die Grafik wenigstens so gut wäre, dass der permanente Slowdown zu entschuldigen wäre…). Ein Gutes hat die Sache allerdings auch: das Game ist dadurch relativ leicht. Nicht das wir uns hier falsch verstehen: teilweise ist die Grafik sehr gut gelungen, und ich habe auch nichts gegen Rendergrafik, aber leider sieht das Game bei manchen Bossen aus wie eine Beta-Version. Ich hatte oft den Eindruck es würden einige Dutzend Farben fehlen und habe mich gefragt, wie hässlich ein Spiel eigentlich aussehen kann…

Habt Ihr Euch an die Grafik gewöhnt fällt auf, das auch die Steuerung geändert wurde. Anstatt C ist jetzt B die Granate, und die coole Ausweichrolle auf ehemals B wurde zu einem müden Sprung auf C. Für Leute, die ST viel gespielt haben ist das echt irritierend, allen anderen wird’s natürlich egal sein. Nicht egal ist aber, dass Ihr im Gegensatz zu den drei komplett verschiedenen Routen (a 6 Stages) bei ST nun nur noch nach der ersten Stage die Wahl aus zwei Routen habt, die sich am Ende auch wieder in den gleichen End-Stages treffen. Effektiv sind nur zwei Stages pro Route anders, was ich echt ein wenig arm finde im Vergleich zum in dem Punkt wirklich perfekten Vorgänger. Leider sind auch die Bosse meiner Ansicht nach nichts besonderes, eindeutig positiv ist aber zu erwähnen das es in jeder Stage einen anderen gibt und nicht, wie bei ST, andauern derselbe Boss wieder aufgewärmt wird. Ich persönlich finde auch die Länge der Stages etwas übertrieben, die wegen des relativ lahmen Tempos zur Langeweile tendieren, auch wenn die Leute bei Saurus sich mit vielen Effekten mühe gegeben haben etwas Abwechslung in ST2 zu bringen. Wie ich finde aber mit wenig Erfolg. Wahrscheinlich Geschmackssache ist die Musik, die ich (sorry, wenn das hier zum Muster wird…) bei ST besser fand. Anstatt ein paar cooler Drum&Bass Tunes gibt’s diesmal relativ uninspiriert klingenden Techno, aber wie gesagt…Geschmackssache! Eher als Kuriosität am Rande zu erwähnen (oder vielleicht als Indiz für den Beta-Status…) ist, dass das Spiel keine Memory-Card Funktionen unterstützt (Danke an Large für die Info).

Wirklich Lustig finde ich auch, dass die böse Organisation die in einem Putsch die Macht übernommen hat im Vorspann D.I.C. genannt wird, in fast allen Hintergrund- und Ingame-Grafiken aber D.I.O. heisst… Genau hat sich das Game in der Testphase glaube ich niemand mehr angeschaut. Nach soviel Gemecker jetzt aber zu den uneingeschränkt positiven Aspekten des Games. Zum einen wurden, Metal Slug mässig, Fahrzeuge integriert, die Ihr steuern könnt. Davon gibt es drei Stück, von denen der erst in den beiden letzten Stages zu ergatternde Assault Suit wirklich exzellent gelungen ist. Es ist nicht ganz so gut wie bei MS, aber schon sehr spassig! Und das teilweise wirklich coole und auch neue Effekte in den Stages zu sehen sind habe ich ja oben schon angedeutet. Supercool sehen die Boss-Intros aus, die im Stil von Konstruktions-Modellen die jeweilige Maschine vorstellen, und das Treffen mit der „Resistance“ gehört zu den Highlights im Game. Und zum guten Schluss hat Saurus für den Abspann-Song „Coup d’Etat“ zumindest einen Refrain gesampelt, was irgendwie total genial rüberkommt (und der Song gefällt mir auch gut!). Leider übewiegt bei ST2 bei mir persönlich aber trotzdem eindeutig der negative Eindruck vor allem der Grafik und des damit verbundenen langsamen Gameplays. Ich wünschte mir Saurus wären dem bewährten „Bloody Wolf“ Muster von ST treu geblieben anstatt etwas neues zu probieren. Ich kann das Game nicht empfehlen, bevor Ihr’s kaufen wollt solltet Ihr es in jedem fall irgendwie antesten (und für die Heimversion ist der Preis wirklich zu hoch!).

LFO