Shock Troopers

ショックトルーパーズ

  • Saurus

  • 1997

  • Run 'N Gun

  • MVS

  • 346 Megs

  • 1-2 Players

Die Story zu Saurus‘ Ballerorgie Shock Troopers ist schnell erzählt: Henchmen der Black Scorpion Gang (BSG) haben einen Wissenschaftler und seine Tochter entführt um an geeignete Informationen für eine durchschlagende Waffe zu kommen. Und wie das heutzutage so ist, reicht die Vermutung der Existenz einer durchschlagenden Waffe bereits aus, das Land zu infiltrieren, den bösen Diktator zur Strecke zu bringen und sich die dort zu fördernden Rohstoffe anzueignen.

Von all diesen ’sekundären‘ Missionszielen wissen unsere acht Helden, die sich allesamt in Geschwindigkeit, Lebensenergie und Waffensystemen (Feuerwaffe und Bomben/Granaten) unterscheiden, natürlich nichts und ziehen deswegen auch mit angespitzter Motivation gegen die Schurken in den Kampf. Das Charakter-Design ist zwar nicht sehr gut, aber weitgehend erträglich. Bei einigen ziehen die Proportionen die B-Note stark nach unten (etwa bei Rio und Big Mama). Die primären Waffensysteme unterscheiden sich zwischen einem einfachen Schuss und einem Doppelschuss. Charaktere die sich letzterem bedienen, können ihre Gegner und feindliche Objekte natürlich schneller auf die Bretter legen, sind zu Fuss dann aber meistens etwas langsamer unterwegs. Extreme Unterschiede gibt es bei den Sekundär Waffen. Während einige die typischen Granaten und Bomben werfen, greifen andere auf explodierende Pfeile, Giftgas oder einen Bumerang zurück. All diese Waffen unterscheiden sich in ihrem Wirkungsradius und in ihrer Effektivität.

Bevor ihr feindliches Territorium betretet, habt ihr die Wahl dem Feind als Team oder als ‚Einsamer Wolf‘ gegenüberzutreten. Im Teammode könnt ihr jederzeit mit dem D-Button zwischen euren drei Teammitgliedern hin- und herschalten um so ihre speziellen Vorteile an den richtigen Stellen einsetzen zu können.

Habt ihr euch für ein Team oder einen einzelnen Kämpfer entschieden, mit denen ihr die sechs Level bestreiten wollt, stellt euch Saurus noch vor die Wahl der Route, die euch zum Hauptquartier der BSG führt. Drei Wege stehen euch hier zur Auswahl: über den Berg Pass, durch das Dickicht des Dschungels oder ihr schleicht euch durch das Tal an. Nach den ersten drei Leveln bekommt ihr erneut die Chance zwischen den drei Routen zu wechseln, um dann nach weiteren zwei Leveln das HQ zu erreichen. Durch die Möglichkeit des Mischens verschiedener Wege erweist sich das Replay-Value als sehr hoch.

Habt ihr es dann endlich ins Feindgebiet geschafft, geht es ans Eingemachte. Wie schon bei SNK’s Pre-NeoGeo Titeln Ikari Warriors und Guerilla War (Guevara) beobachtet ihr die Action in einer leicht schrägen Draufsicht von Oben, wobei die Level bei Shock Troopers in alle Richtungen scrollen, vornehmlich aber von oben nach unten. Die Grafik ist ordentlich, wenn auch nicht auf dem Level des Ballerkollegen Metal Slug. Dafür bietet ST ein Hülle an grafischer und Gameplay-technischer Abwechslungen in den einzelnen Leveln. So seht ihr zum Beispiel Guerilla-Kämpfer, die sich von Klippen auf euch herabstürzen, betretet Boote, stürmt über fahrende Züge, erklimmt einen steilen Berg, hangelt euch via Seil über eine Klippe oder liefert euch Feuergefechte auf Motorädern. Abwechslung wird hier gross geschrieben.

Während bei der Steuerung traditionell mit dem A-Button auf alles gefeuert wird was sich bewegt und mit C die Bomben geworfen werden, solltet ihr vor allem dem B-Button eure Aufmerksamkeit schenken. Dieser entlockt eurem Protagonisten eine Rolle in die Richtung, in die ihr den Stick gedrückt haltet und erlaubt ihm auf diese Weise sich unter feindlichen Projektilen hinwegzurollen. Die gut getimte Kombination des Angriffs- und Ausweichbuttons ist das A und O bei Shock Troopers und trägt einiges zum tollen Gameplay bei. Geschossen werden darf in alle acht Richtungen. Haltet ihr dabei die A-Taste gedrückt, fixiert ihr die Schussrichtung und könnt euren Recken weiterhin in alle acht Richtungen bewegen. Auf diese Weise könnte ihr gegnerische Formationen unter Dauerbeschuss nehmen und euch behände zwischen den Projektilen hin und her bewegen.

Feuerwaffen sind übrigens nicht die einzige Wahl der ST Kämpfer. Wer sich nah an den Gegner heranwagt (am besten mit einer Rolle unter dessen Angriff) greift automatisch auf ein Messer als Nahkampfwaffe zurück. Auf diese Weise erledigte Gegner spendieren euch einen Diamanten, mit dem ihr eure Score um 30.000 Punkte aufbessern könnt. Ganze Serien von Gegnern, die ihr im Nahkampf Einsatz liquidiert, bringen auch Extra Items, wie z.B. Lebensenergie. Die High-Score Jagd macht wegen diesem Feature besonders viel Spaß.

Jeweils am Levelende erwarten euch natürlich genretypisch die Bossgegner, die sich euch in Form von Panzern, Hubschraubern oder anderen Kriegsfahrzeugen gegenüberstellen. Hier hätte ich mir etwas mehr Abwechslung gewünscht, denn viele Bossgegner im späteren Verlauf des Spiels sind nur eingefärbte alte Bekannte.

Was wäre ein Ballerorgie ohne Extras? Keine richtige Ballerorgie, und genau deshalb bietet natürlich auch Shock Troopers die gewohnt Fülle an Power-Ups, die unsere tapferen Helden im fremden Land so gut gebrauchen können: Flammenwerfer, Dreiwegeschüsse, Raketen, Vulkan Gewehre, Bomben und sogar eine Plasma Kanone liegen auf dem Schlachtfeld herum und warten auf den fachgerechten Einsatz durch das Gute, für das Gute.

Auch von der musikalischen Seite her, macht das Spiel eine gute Figur. Harte Riffs und schnelle Drums spornen euch derbe an, die Mitglieder des BSG in die ewigen Jadggründe zu befördern.

Interessanter Weise sind von Shock Troopers zwei Versionen im Umlauf. Der primäre Unterschied ist der Energiebalken im Teammode. Während bei der einen Version alle Mitglieder eigene Energieleisten haben, teilen sie sich bei der zweiten Version einen größeren Balken. Letztere hat auch ein interessantes Medaillen System. Hier werden Charakterwerte einzelner Recken, wie Geschwindigkeit und Lebensenergie für das folgende Level aufgewertet.

Mein Fazit für dieses Spiel: Shock Troopers ist ein enorm gutes Ballerspektakel, das durch sein Ausweich-Feature, ein gutes Punktesystem und eine Fülle von Abwechslung das Gameplay weit nach oben hebt. Grafisch ist es halt nicht mehr auf der Höhe der Zeit, wer aber darüber hinwegsehen kann, bekommt mit Garantie einiges geboten und deshalb vergebe ich auch das Prädikat ‚wertvoll‘.

KGenjuro | Torsten