Shanghai Mini

  • Activision

  • 1999

  • Puzzle

  • Neo Geo Pocket Color

  • 8 Megs

  • 2 Players - Link

Auch Activision leistet einen Beitrag zum NeoGeo Pocket in Form des recycelten Klassikers ‘Shanghai’. Wer nicht weiss worum es geht: mit Mah-Jong Steinen wird ein Feld mit mehreren Ebenen aufgebaut, das daraufhin von einem Herausforderer im Memory System abgebaut werden muss. Das funktioniert eigentlich ganz einfach: ihr wählt einen Stein an, der links oder rechts von sich keinen Nachbarn hat und auf dem kein weiterer Stein liegt. Dann sucht ihr euch das passende Gegenstück, das wiederum ‘frei liegt’ und entfernt das Paar durch einen weiteren Tastendruck aus dem Spielfeld. Daraufhin werden neue Steine frei gelegt und es ergeben sich euch neue Möglichkeiten. Der Haken: von jedem Stein gibt es nicht nur ein Paar, sondern zwei. Dadurch kann es passieren, dass ihr ein Paar zu früh entfernt und später merkt, dass ihr den einen Stein noch gebraucht hättet. Falls ihr völlig daneben gegriffen habt, sprich es gibt keine freien Paare mehr, ist das Spiel vorbei und ihr habt verloren. Dann heisst es wieder von vorne beginnen und darauf achten, welcher Stein euch am Ende gefehlt hat, um den gleichen Fehler beim nächsten Versuch nicht wieder zu machen. Letzteres ist beim normalen Modus aber kaum von Bedeutung, da die Felder zufällig generiert sind und euch so nur selten üble Fallen gestellt werden.

Anders ist das schon im Tournament Mode, dem eigentlichen Highlight von MS. Hier werden euch in einem Story-Mode elf vordesignte Felder vorgesetzt, die es nacheinander zu meistern gilt. Und da heisst es dann Brainstorming. Hier hat Activision ganze Arbeit geleistet und ihr werdet einige Zeit brauchen, bis ihr zum Meister des Turms gelangt um letztendlich gegen ihn zu spielen. Das ohrwurmverdächtige Musikstück in diesem Modus rundet das ganze dann noch ab. Shanghai wird oft beiläufig als ‘Billig-Mahjong’ abgewertet, was wohl bei den zufällig generierten Feldern auch zutreffen mag, die genial durchdachten Felder des Turniermodus’ aber, erfordern eindeutig ein hohes Mass an Konzentration und taktischem Denken. Schade, dass man nicht eigene Felder kreieren kann um diese dann den Freunden vorzusetzen. Als letztes gibt es auf dem Modul noch den Dynasty-Mode, bei dem ihr gegen einen menschlichen Gegner oder gegen eine von drei KI-Stufen antreten dürft. Das ganze findet in einem Splitscreen statt und bietet zusätzliche Steine, die eurem Gegner schaden zufügen, wenn ihr sie abräumt. So könnt ihr das Feld des Gegners auf den Kopf stellen, es neu generieren, seine Steuerung umkehren und so weiter.

Das klingt zwar innovativ, ist aber irgendwie fehl am Platz, da der Spielablauf so eindeutig hektischer wird und das widerspricht der Ideologie Shanghais, bei der es ja um Konzentration und vorausdenken geht. Letzteres ist im Dynasty Modus wirklich nicht möglich. Bei dieser Art von Spielen ist die Optik von grosser Bedeutung, da sich die einzelnen Steine mit den japanischen Symbolen (logischerweise auch in der Euro/US Version, es gibt ja kein Euro Mah-Jong) teilweise nur sehr wenig voneinander unterscheiden. Bei MS besteht hier kein Grund zur Sorge, denn alles ist gut zu erkennen und nach einiger Eingewöhnung kann man auch die ähnlichen Steine sofort auseinander halten. Fazit: Mini Shanghai ist ein sehr guter Pocket Titel, der für Gelegenheits- sowie Profispieler einiges zu bieten hat. Der Tournamentmode bildet für letztere das Highlight.

KGenjuro | Torsten