Sengoku 2

Sengoku Densyo 2

戦国 伝承 2

  • SNK

  • 1993

  • Brawler | Scrolling Beat'em Up

  • NGH / AES | MVS | CD

  • 74 Megs

  • 1-2 Players

Sengoku 2 ist ein recht cooles Beat’n Slay, das durchaus das Potenzial zu einem NeoGeo Superhit gehabt hätte. Gleich der erste der (leider nur) vier Level, in der Vergangenheit im feudalen Japan angesiedelt, macht unglaublich viel Spass, da hier bis zu fünf Samurai gleichzeitig auf den eigenen Charakter einstürmen (ich sag‘ nur: Sicheltanne!) und der Hintergrund sehr stimmungsvoll ist. Der einzige Wermutstropfen schon zu Beginn sind aber die extrem hässlichen eigenen Sprites, die wohl die Vorstellung der japanischen ProgrammiererInnen von US-Punks darstellen sollen (wobei Player 2 hier die echte Arschkarte gezogen hat!). Zudem kämpfen sich die beiden Protagonisten leider (per Zeitreise) über den zweiten Weltkrieg (Level zwei) und die Gegenwart (Level drei) in die Festung des Endgegners (Level vier), wobei die folgenden Level nicht mehr das Flair des ersten erreichen (sie sind aber trotzdem keineswegs schlecht).

Trotz der nur vier Levels geht der Umfang des Spiels gerade noch in Ordnung, da der/die SpielerIn zwei- bis dreimal pro Level in verschiedene „Traumabschnitte“ transportiert wird, die teilweise wirklich exzellent sind und grossen Spass machen (das reiten auf Pferden, mit nur einer grossen Trommel im Hintergrund z.B.). Neben diesen grafischen Höhepunkten ist auch die Steuerung sehr gut gelungen, die für ein Spiel dieses Genres viele Möglichkeiten bietet (obwohl nur A oder B zum hohen und tiefen Schwerthieb benutzt werden). Besonders schön ist, neben der Blockmöglichkeit (A+B), wenn die gegnerischen grossen Samurai die eigene Attacke parieren und sie mit einem Tritt gegen den Körper getroffen werden können oder sie den eigenen Charakter mit der Klinge zu Boden drücken. Da kommt Samurai-Feeling auf!

Das einzige was überhaupt noch fehlt ist die Möglichkeit zu dashen. Als zusätzliches, allerdings nicht entscheidendes Feature haben beide Charaktere die Fähigkeit sich in drei verschiedene, für beide SpielerInnen gleiche, Erscheinungsformen zu verwandeln (Ninja, Samurai Hund, Kämpfer mit Mr. Karate Maske). Diese Verwandlung besteht nur für eine begrenzte Zeit, dafür haben die alter Egos aber besondere Fähigkeiten und Special-Moves. Zu guter letzt verlieren einige Gegner oder zerstörbare Gegenstände im Level diverse Powerkugeln, die den eigenen Schwertschlag verstärken oder mit einer Energy-Wave aufrüsten (uncool!). Wäre das Feeling im ganzen Spiel so gut wie im ersten Level hätte Sengoku 2 eins der besten Spiele auf dem Neo werden können, mit schöneren eigenen Charakteren sogar das ultimative Samurai Hack’n Slay (Vielleicht schafft das ja Musashi Ganryuki?).

Trotz der beschriebenen Mankos macht es aber einigen Spass, sich durch die Unmengen von Gegnern hindurch zu metzeln (besonders zu zweit, versteht sich!). Das allerdings nur, wenn die SpielerInnen über die wirklich mässigen eigenen Figuren hinwegsehen können. Übrigens erstaunlich: auf dem Weg zum Endgegner im letzten Abschnitt begegnet Ihr NICHT allen vorigen Level-Bossen nochmals.

LFO