Samurai Shodown

Samurai Spirits

サムライスピリッツ

  • SNK

  • 1993

  • Beat'em Up

  • NGH / AES | MVS | CD

  • 118 Megs

  • 1-2 Players

Mit SS1 gelang es SNK 1993 ein erfrischend neues Beat-Em-Up-Genre zu präsentieren: das Hack & Slay. Zwölf, mit Klingen bewaffnete Recken, die allesamt den kämpferischen Samurai Geist (Samurai Spirit) besitzen, treffen im feudalen Japan aufeinander um letztendlich Shiro Amakusa, der die Macht über Hanzos Sohn ergriffen hat, und mit Hilfe dessen Körper die Welt unterjocht, zu besiegen.

Neben den zahlreichen Schwertern und Degen spielt in den ersten beiden Teilen der Serie, das Treten noch eine gewichtige Rolle. Wie beim Prügel-Kollegen Capcom könnt ihr euch mit Hilfe von sechs Attacken gegen eure Widersacher erwehren: leichte, mittelharte und harte Schläge bzw Tritte helfen euch, den Gegner auf die Bretter zu legen.

Der grösste Kritik-Punkt war damals die Grösse der Sprites, welche echt etwas sehr mickrig waren. Zusammen mit der Zoom-Funktion wirken sie im ausgezoomten Zustand teilweise sehr verloren. Die absolute Neuheit war aber die Tatsache, dass die einzelnen Runden von einem Schiedsrichter überwacht wurden. Kuroko heisst der gute Mann und schwenkt bei jedem Kampf heftig seine Flaggen im Hintergrund, um Treffer und Siege anzuzeigen. Durch dieses Feature hat SNK es verstanden, eine einmalige Turnier-Atmosphäre aufkommen zu lassen.

Als weitere Besonderheit müssen die Items erwähnt werden, die in regelmässigen Abständen von einem Boten ins Geschehen geworfen werden. Neben energiespendenden Schweinebraten oder Gold (Punkte), fliegt euch auch ab und an die ein oder andere Bombe um die Ohren.

Nun zu der Charakter-Riege: hier sind echte Legenden geboren! Die Hauptrolle übernimmt Haohmaru, der Miyamoto Musashi (unbesiegter Schwertkämpfer, Verfasser des Buches der fünf Ringe, Erfinder der beidhändigen Schwertkunst; unter seiner Führung wurden die christlichen Bauern aus Japan vertrieben… deren Anführer war Shiro Amakusa…) nachempfunden ist. Der Narzist Tachibana Ukyo, Galford, der amerikanische Ninja (?), Nakoruru, die Priesterin aus dem Norden, die für die Natur kämpft, Yagyu Jubei (der Yagyu-Clan war eine angesehene Samurai-Familie) , der einzige Samurai im Spiel und Hattori Hanzo, Anführer des Hattori-Ninja-Clans. Desweiteren stellen sich noch zum Kampf: der Kabuki Senryo Kyoshiro, die Französin Charlotte, der Südamerikaner Tam Tam, der Chinese Wan-Fu, Mutant Gen-An und der Strauch-Ritter Wan-Fu (der Figur BAIKENS aus dem Roman Musashi nachempfunden). Als Endboss steht ihr Shiro Amakusa gegenüber, der seinen Traum, ein Utopia zu errichten, erfüllen will.

Die Hintergrund-Grafiken sind wunderschön gezeichnet und weisen sogar Interaktivität auf! Ein am Hafen stehender Korb wird mit einem Schwert-Streich zerteilt und Äpfel oder Fische verteilen sich auf dem Steg! Absoluter Kult: der Bambuswald Jubeis. Hier kann man mit einem Schlag den Gegner und einen Bambus-Stamm zerschlagen, der daraufhin (Chambara-typisch) kurz zur Seite rutscht und dann umfällt.

Ein weiteres Feature, das von fast jedem nachfolgenden Samurai Spiel verwendet wurde (nicht nur auf dem Neo!), ist der Weapon-Clash: treffen sich beide Waffen der Kontrahenten, müsst ihr einen kleinen Wettbewerb austragen, in dem es gilt, in einer kurzen Phase so oft wie möglich auf den Action-Buttons rumzuhauen. Wer am meisten gedrückt hat, gewinnt den Clash und behält seine Waffe. Der Verlierer muss seine Waffe erstmal wieder aufnehmen und ist bis dahin ohne Waffe unterwegs. Ist man nicht im Besitz derselben, kann man mit Hilfe einer Spezial-Bewegung und sehr, sehr gutem Timing(!!!) die Waffe des Gegners stoppen (mit blossen Händen!), um ihn danach über die Schulter zu Boden zu werfen.

Fazit: Samurai Spirits ist auch heute noch sehr gut spielbar und macht immer noch einen heiden Spass.

KGenjuro | Torsten