Samurai Shodown – Warrior’s Rage | Samurai Spirits Asura Zanmaden

SNK’s zweites Beat-Em-Up auf dem Hyper 64 ist auch gleichzeitig die Fortsetzung des allerersten Prügel-Epos, Samurai Shodown 64. Um eines gleich vorweg zu nehmen, SS64II hat mit SS64I eigentlich ausser den Charakteren rein gar nix gemeinsam. Als erstes fällt einem die aufgepeppte Grafik auf. Diese ist zwar noch immer nicht up-to-date, kann aber schon überzeugen. Obwohl die Frame-Rate höher als beim ersten Teil erscheint, hat sich das Spieltempo insgesamt verringert, was aber eigentlich nicht ins Gewicht fällt.

Obwohl SNK sich diesmal richtig viel Mühe in Punkto Optik gegeben hat, müssen Freunde des ersten Teils auf viele spektakuläre Effekte, wie z.B. dem Shodown Screen (Schande!), oder der Möglichkeit den Gegner durch eine Wand zu schlagen, verzichten. Letzteres liegt daran, dass die Stages jetzt mit Hilfe von Wallpapern dargestellt werden. Dies ist zwar eigentlich ein Rückschritt gegenüber dem ersten Teil, doch was die Zeichner aus dem Hause SNK da geleistet haben, ist schon eine wahre Pracht. Dank Mehr-Ebenen-Scrolling sieht das Ganze dann auch nicht so dumpf wie z.B. bei Tekken (urgh…) aus.

Natürlich hat SNK auch im zweiten Samurai-Teil schöne grafische Finessen, wie z.B. ein aufkommender Sturm in einem Wald inklusive herumwirbelnder Blätter oder einem plötzlichen Regenschauer in Hanzo’s Stage, eingebaut.

Spielerisch wurde wieder von Null angefangen, was bedeutet, dass ihr wieder alle Basics, sowie die Specials neu pauken dürft. Gekämpft wird wieder mit zwei Attack-Buttons (A & B), allerdings gibt es jetzt auch die Möglichkeit, mit Hilfe des C-Buttons (Griffe/Würfe) und verschiedenen Richtungen Attacken auszuführen. Der D-Button wird diesmal nur für „dashen“ und „dodgen“ benutzt. Gedrückthalten und frei im Areal herumspazieren gibt es nicht mehr (auch schade…).

Auch die Staminaleiste wurde (glücklicherweise) entfernt. Interessant ist, dass eure Attacken jetzt, je nachdem wo ihr euren Gegner trefft, unterschiedlich viel Schaden zufügen. Ein Schlag an den Fuss eures Gegenübers bringt nun weitaus weiniger als ein gezielter Schlag auf den Kopf oder den Körper. Zu den elf Recken des ersten Teils gesellen sich Asra, seines zeichens waffenbeschwörender Dämon und Liebhaber Shiki’s und Morosumi, ein Martial-Arts-Kaligraphierer.

Am Ende des Arcade-Modes trefft ihr dann wieder auf Yuga, der diesmal mit allen Wassern gewaschen ist! An manchen Tagen stellt der die krassesten Rekorde, was die schnellste Runde angeht, auf. Gandara ist natürlich auch wieder mit von der Partie. Gegen ihn tretet ihr an, wenn ihr bestimmte Konditionen in einem Match erfüllt. Auch er ist diesmal nicht mehr so leicht kleinzukriegen.

Im Gegensatz zum ersten Teil unterscheiden sich die Slash und Bust Persönlichkeiten diesmal völlig voneinander, so habt ihr bei Kazuki und Sogetsu etwa die Möglichkeit, zwischen Schwert (Slash) und Faustkampf (Bust) zu wählen. Im Gegensatz zu Samurai Shodown 64 unterscheiden sich die Slash/Bust Charaktere diesmal aber auch optisch, wie es sich für Polygonen-Kämpfer gehört. Witzig: der Riese Hanma zieht einmal als Mensch (Slash) und einmal als Roboter (Bust) in den Kampf.

Specialmove-Muffel seien hier gewarnt: Charaktere wie Kazuki (Bust), Sogetsu (Bust) oder Hanzo (Bust) sind wahre Chain-Combo-Maniacs, bei denen es schier unendlich viele Möglichkeiten, Specials zu kombinieren und addieren, gilt. Man muss schon einiges an Zeit zur Verfügung haben, will man diese Charaktere meistern.

Noch zu erwähnen wären die Stage-„Outros“. Habt ihr einen Krieger oder eine Kriegerin erledigt, zeigt euch ein kleiner Zwischenspann den Weg in die nächste Stage. Kämpft ihr z.B. in dem Wald und gewinnt, wird dieser von Yura zerstört und ihr fordert den nächsten Gegner zwischen den verkohlten Überresten heraus.

Zur Musik: die ist SS-typisch wieder mal vom Feinsten! Besonders Genjuro, Ukyo und Morosumi haben herrliche Tracks, was die Anschaffung des Arranged Soundtracks zur Pflicht eines jeden SS-Fans macht.

Fazit: Samurai Shodown II: Warrior’s Rage ist ein gewaltiges Spiel, das zwar einige schöne Features des Vorgängers vermissen lässt, darüber hinaus aber locker mit eigenen Qualitäten aufwartet. 2D-Samurai Shodown Fans sollten diesem Spiel wirklich eine Chance geben um zu erkennen, das SS auch in der dritten Dimension eine wahre Pracht ist!

– KGenjuro | Torsten