Samurai Shodown 4

Samurai Spirits - Amakusa Kohrin

サムライスピリッツ天草降臨

  • SNK

  • 1996

  • Beat'em Up

  • NGH / AES | MVS | CD

  • 378 Megs

  • 1-2 Players

Der vierte Teil der Samurai Spirits/Shodown Prügel Saga ist gleichzeitig der letzte 2D-Teil der Serie, und SNK hat nochmal alle Register gezogen um das Schwertkampf-Spektakel zu einem der besten Titel seines Genres zu machen.

Zeitlich spielt SS4, wie der dritte Teil auch, vor Shin Samurai Spirits und ist damit ein weiteres Prequel zum viel gelobten zweiten Teil. Amakusa ist zurück und ist wieder auf den Körper eines Ninja aus. Diesmal ist Kazama Hazuki die Auserwählte und Amakusa Shiro hat sich auch gleich mit ihr und dem versteinerten Körper Zankuro’s (wir erinnern uns: der Boss aus Teil Drei) in seinem Schloss verschanzt. Der beunruhigende Anblick des Amakusa-Jo, das aus der Hölle empor stieg und von allen Teilen der Provinz aus zu sehen ist, hat sie wiedermal alle auf den Plan gerufen. Die ehrenhaften, wie die unehrenhaften Krieger strömen aus allen Himmelsrichtungen in die Provinz Shimambara, um dem Teufel das Handwerk zu legen. Neu im Auswahlschirm sind gegenüber des dritten Teils die beiden Brüder des entführten Ninja, Kazama Kazuki und Kazama Sogetsu, beide repräsentativ mit der Macht des Feuers bzw. des Wassers ausgestattet. Aus dem ersten Teil hat es den Schädel werfenden TamTam zurück ins feudale Japan getrieben, aus Frankreich ist Charlotte wieder dabei und der rastlose Yagyu Jubei nimmt diesmal auch wieder, mit beiden Schwertern im Gepäck, am Gemetzel teil. Habt ihr euch für einen Käpfer, bzw. eine Kämpferin entschieden, geht’s Schritt für Schritt auf einer Karte, die zwischen den Duellen eingeblendet wird, in Richtung Amakusa’s Anwesen.

Grössere grafische Veränderungen gibt es beim vierten Samurai Shodown Teil im Vergleich zum Vorgänger vor allem in Sachen Effekten und Farbpalette. Letztere wurde im direkten Vergleich wesentlich blasser gehalten. Dies gilt für Charaktere und Stages. Die Effekte wurden stark verbessert und derbe Schnitzer, wie etwa Hanzo’s Flammen nach dem Mozu-Otoshi gibt es glücklicherweise nicht mehr.

Was an Charakter-Sprites im dritten Teil vorhanden war, wurde im vierten Teil wieder verwendet. Den Stand- und Gehbewegungen wurden sogar einige Frames geklaut, was zwar schade ist aber nicht wirklich auffällt. Neuzugänge wurden selbstverständlich auch im aktuellen Stil neu gezeichnet. Im Vergleich zu Samurai Shodown III wurde die Engine nochmal ordentlich aufpoliert und Ungereimtheiten, wie etwa die unausgeglichenen Trefferpausen oder die Close-Slash Bugs wurden bereinigt, bzw. ausgemerzt. Die überarbeitete Engine macht im Gesamteindruck einen flotteren und flüssigeren Eindruck gegenüber dem Vorgänger.

Die gewichtigste Änderung betrifft das Damage-Value. Siege mit vier gut gezielten Schlägen, wie es etwa bei Teil Zwei und Drei möglich war, gibt es nur noch im 1Spieler-Modus und zum eigenen Vorteil auch nur für vom Spieler ausgeteilte Treffer. Ab dem dritten Gegner ist dann aber bereits kein Unterschied mehr zwischen eurer Schlagkraft und der Kraft der CPU festzustellen. In den Optionen können sich diejenigen, die sich hier um ihre Samurai Shodown Atmosphäre betrogen fühlen, nach wie vor das Damage-Level in acht Stufen einstellen.

Die Neuzugänge, Kazuki und Sogetsu sind wiedermal eine echte Bereicherung. Während Kazuki sich auf die zerstörerische Kraft des Feuers verlässt, setzt Sogetsu im Kampf, als krasser Gegensatz, auf das nasse Element. Ganze Säulen von Feuer und Wasser beschwören beide in der Hitze des Gefechtes hinauf.Aber nicht nur die Spezial-Attacken aus dem Hause Kazama können sich sehen lassen. Auch der Rest der Riege aus Samruai IV kommt mit teilweise recht spektakulären Techniken daher, die meist ein Update in Sachen Special-FX und Joystick-Kommando erfahren haben.

Die Bust/Slash Regelung aus SS3 wurde, wie in allen folgenden Teilen, übernommen und so gibt es nach wie vor von jedem Charakter zwei Versionen. Interessant sind in dieser Hinsicht vor allem Kazuki und Yagyu Jubei. Während der Feuerteufel in seiner Bust-Version primär mit den Füssen arbeitet und krasse Kick-Combos aus dem feudalen Hakama-Ärmel schüttelt, bekommen anspruchsvolle Spieler mit Bust-Jubei einen Counter Charakter vorgesetzt, der auf Reversals setzt und deshalb etwas für eingefleischte Profis ist.

Entfernte Features des dritten Teils, wie etwa das Blocken in der Luft, unblockbare Schläge aus dem Laufen oder dem Aufladen der Rage-Leiste via ABC gedrückt halten, wurden durch neue Ideen, wie die CD-Custom-Combo, die Rage-Explosion oder dem Harakiri-Move ersetzt. Letzterer erlaubt es euch, vor dem Ende eines Kampfes Selbstmord zu begehen, um die darauf folgende Runde mit einer aufgeladenen Rage-Leiste zu beginnen. Wer eine volle Leiste nicht mit dem Verlust einer Runde bezahlen will, setzt auf die CD-Combo. Neben diversen kleinen Kombinationen (3-4 Hits) gibt es zwei längere Versionen, die für jeden Charakter identisch, bei makelloser Ausführung die Rageleiste bis zum Anschlag füllt und euch für einen Supermove Einsatz rüstet. Geübte Spieler canceln die CD-Combo bei bereits aufgeladener Leiste gleich in besagte Moves oder in andere effektive Specials (Master Arts).

Neben der Möglichkeit zur Ausführung eines Supers gibt es aber noch zwei andere Neuerungen bezüglich der Rage-Leiste. Zum einen hat jeder Charakter einen Special-Move, der bei aufgeladener Leiste automatisch in einer stärkeren Version ausgeführt wird. Diese aufgepowerte Variante macht sich besonders gut als Finisher am Ende einer CD-Combo (Master Arts). Desweiteren hat der Spieler bei Samurai Shodown IV noch die Möglichkeit, in einer ausweglosen Situation die gesamte Rage-Leiste zu sprengen. Die sogenannte Rage-Explosion nimmt euch für den Rest des gesamten Matches die Powerleiste und die Fähigkeit Supermoves zu benutzen, im Austausch für zwei neue Spielelemente. Für kurze Zeit (errechnet sich aus der Menge der Lebensenergie vor der Explosion: viel Energie = wenig Zeit / wenig Energie = viel Zeit) habt ihr nun die Möglichkeit, entweder durch drücken auf ABC einige kleinere Custom-Combos auf euren Gegner loszulassen oder ihr führt durch Druck auf BCD einen Single Death Strike aus, der dem Gegner bis zu 75% seiner Energie nehmen kann. Mit etwas Geschick können beide Techniken auch kombiniert werden.

Als weiteres neues Feature wären da noch die Finish-Moves. Erfüllt der Kampf beim letzten entscheidenden Schlag eines Matches bestimmte Konditionen, taumelt der Gegner benommen rückwärts und der Sieger des Kampfes kann durch die Eingabe einer Bewegungs-Kombination einen Charakter-spezifischen Finish-Move ausführen, bei dem der Gegner nicht selten in mundgerechte Happen geschnitten wird. Wer seinen Widersacher lieber nicht tödlich verletzen will, kann diesmal sogar auf den Waffengebrauch verzichten. Durch dreimaliges drücken der Start-Taste beleidigt euer Recke den Gegner und steckt die eigenen Waffe in den Boden. Wie beim Verlust der Waffe nach einem eingesteckten Super, ist eure Angriffsvielfalt in dieser Zeit eingeschränkt.

Auch die genialste Neuerung des Vorgängers, die atmosphärischen Shodown-Screens, welche im Falle einer bevorstehenden Entscheidung des Matches die Stage grafisch und akustisch in ein düsteres Gewand hüllen sind vorhanden. Interessanterweise unterscheiden sich diese im 1Spieler Story Modus von denen im 2Spieler-Modus. So kommt es beim Spiel gegen die CPU z.B. vor, das Amakusa persönlich die Kerzen in der Stage mit seiner bitterbösen Aura löscht.

Ebenfalls neu im Story Modus ist das Zeitlimit, in dem der Spieler das Schloss Amakusa’s erreichen muss. Gelingt euch das nicht, ist euer Rivale zuerst am Ziel, hat Amakusa und Konsorten bereits erledigt und fordert euch als einziger Endboss heraus. Ist dies der Fall müsst ihr euch am Ende des Spiels mit der Staffroll begnügen und die informativen, charakterspezifischen Endings bleiben euch verborgen.

Als abschliessendes Fazit kann ich Samurai Shodown IV als besten Teil der Serie und als einen der Toptitel des Prügel-Genres jedem wärmstens ans Herz legen. Genialer Spielfluss, grandiose Atmosphäre und schier bodenlose Spieltiefe offenbaren nicht nur für Fans fernöstlicher Schwertkampfstile Prügel-Genuss in Vollendung. Für mich persönlich der beste Fighter auf dem NeoGeo. Ein absolutes Highlight!

KGenjuro | Torsten