Samurai Shodown 2

Shin Samurai Spirits - Haohmaru jigokuhen

真サムライスピリッツ

  • SNK

  • 1994

  • Beat'em Up

  • NGH / AES | MVS | CD

  • 202 Megs

  • 1-2 Players

Shin Samurai Spirits, so der japanische Titel, bedeutet „das wahre Samurai Spirits“ und wie der Titel schon verlauten lässt, hat es sich SNK wirklich Mühe gegeben, den Vorgänger zu toppen. Der zweite Samurai Shodown Teil ist eine wahre Revolution in Sachen Beat’em-Up. Eine völlig neue Spielbarkeit wurde mit dieser kostbaren Modul Perle ins Haus und in die Arcades geliefert. Ein flotter Spielablauf gepaart mit massig Charakteren, haufenweise Special Moves und wunderschönen Hintergründen sorgten dafür, dass das Modul bzw. die CD den Schacht der Konsole nicht mehr allzu oft verliess.

Fast alle Charaktere haben es aus dem ersten Teil zurück in das Modul geschafft. Lediglich Tam Tam konnte auf Grund eines üblen Zaubers nicht auf eigene Faust an dem Spektakel teilnehmen, da er in einen Affen verwandelt wurde und nun nur noch in Begleitung seiner kleiner Schwester Cham Cham auftritt und dieser mit urigen Specials zur Seite steht. Auch der Chinese Wan-Fu hat eine Änderung erfahren und so hat er sein riesiges Schwert gegen einen, etwas brachial wirkenden Felsblock(!) getauscht.

Neu hinzugekommen sind neben Cham Cham auch der Angelsachse Sieger, der im Auftrag seines Kaisers Heinrich (geschichtlich nicht 100% korrekt, aber was soll’s…) die neusten Erkenntnisse in europäischer Waffenentwicklung, einem Feuerspeienden Eisenarm an kleinen Samurais austestet. Auch Haohmaru’s alter Schwertschulkollege Genjuro, dessen Specials mit wunderschönen Hanafuda Karten unterlegt sind und der auf der Suche nach Haoh-san ist um diesen ein für alle mal zu besiegen, tritt hier zum ersten Mal in Erscheinung, sowie Caffein Nicotine, seines Zeichen Spezialist mit dem Möchstab und alter Meister von Haohmaru und Genjuro.

Im Einspieler Modus bekommt ihr mit der Ober-Anime-Hexe Mizuki den mit Abstand niederträchtigsten Endgegner der Videospiel Geschichte vorgesetzt. Von ihr muss man sich das ein oder andere mal in ein Schwein verwandeln lassen und gelegentlich wird man auch mal zu Hundefutter für ihren Dämonen-Wolf (dieser wird in den nachfolgenden Teilen von Nakoruru aufgenommen und kämpft an ihrer Bust-Seite!).

Spielerisch hat sich einiges getan. So ist z.B. die Powerleiste nicht mehr nur optische Zierde, sondern erlaubt es euch, sofern diese aufgeladen ist, wuchtige ‚Weappon Slash Waza‘, bei denen ihr die Waffe eures Gegners zerstört, anzuwenden. Eine neue Waffe wird euch vom Schiedsrichter Kuroko aber nach einiger Zeit, der Fairness wegen wieder zugeworfen.

Durch drücken der Tasten ‚B+C‘ führt ihr einen kleinen Rückwärtssprung aus, um einer Attacke auszuweichen. Tippt ihr zweimal hintereinander den Stick nach unten, legt sich euer Recke flach auf den Boden um Projektilen zu entgehen.

Die Hintergründe wurden mit tollen Animationen versehen. Jeder Kämpfer hat wieder seine eigene Stage, wobei mir die Tempel-Stage von Nicotin am besten gefällt. Auch musikalisch wird einem wieder ein Mix aus feinsten feudal-japanischen Klängen und hier und da einigen elektronischen Gitarren präsentiert.

Wirklich gut sind bei diesem SS-Teil die Abspänne gelungen. Hier wird mit den Sprites aus dem Spiel eine kurze Abspann-Geschichte erzählt, um etwas über den jeweiligen Charakter zu erfahren. SNK hat es sich nicht nehmen lassen, hier und da weitere Features im Spiel zu verstecken, so gibt es z.B. sogenannte Magic-Moves, etwa Haohmaru’s Super-Uppercut (vorne, unten, vorne, hinten, unten, hinten), welche dem Gegner dann besonders viel Lebensenergie entziehen oder ihr verwandelt euch während des Spiels mit einer Spezialbewegung in eine Puppe eures Recken im ‚Super Deformed Style‘, was natürlich nix bringt, aber es sieht witzig aus.

Auch Kuroko, der Schiedsrichter legt diesmal Hand an euch an. Schafft ihr es in den ersten Runden mehrere „Perfects“ in guter Zeit zu erspielen, so wird er euch zu einem Kampf herausfordern. Im 2-Spieler Mode dürft ihr ihn via Cheat auswählen.

Fazit: Wer einmal mit Ukyo in der letzten Runde Mizuki ‚perfect‘ besiegt und sieht, wie vor einem vollanimierten Hintergrund alle Schiedsrichter zum applaudieren erscheinen und Ukyo vor seinen weiblichen fans wegläuft, weiss den Ausdruck ‚Animationsvielfalt‘ neu zu definieren. Einfach nur perfekt.

KGenjuro | Torsten