Real Bout Fatal Fury

Real Bout - Garou Densetsu

リアルバウト餓狼伝説

  • SNK

  • 1995

  • Beat'em Up

  • NGH / AES | MVS | CD

  • 346 Megs

  • 1-2 Players

Mit RBFF schickt SNK den fünften Teil der beliebten Garou Densetsu Reihe ins Rennen und hat sich bei dieser Fortsetzung mächtig ins Zeug gelegt. Nachdem wir uns von dem mehr oder weniger ernüchternden Intro nicht aus der Fassung gebracht haben lassen, zaubert uns der Auswahl-Screen für die Kämpfer erst mal ein freudiges Lächeln aufs Gesicht. Neben allen anwählbaren Kämpfern aus FF3 dürfen auch dessen End- und Zwischengegner, Yamazaki, ChonShu und ChonRei angewählt werden. Auch Geese Howard, seines Zeichens Veranstalter des grossen King of Fighters Turniers und begabter Skydiver) ist wieder mit von der Partie und erwartet euch im Geese-Tower. Auch der Serien Kasper und DJ Duck King wurde wieder in den Ring geholt um seine Kampf- und Tanzkünste erneut unter Beweis zu stellen. Am meisten dürften aber die Kim Kaphwan Fans Grund zur Freude haben, denn auch der berühmt, berüchtigte koreanische Haudegen ist wieder mit dabei.

Hat man seinen Favoriten aus der Riege der ‚hungrigen Wölfe‘ ernannt und zieht mit diesem/dieser in die erste Runde, werden die ersten Innovationen sichtbar. Das Gameplay über mehrere Ebenen (in diesem Falle drei) aus früheren FF-Teilen wurde wieder aufgenommen, allerdings dient die vordere, wie auch die hintere Ebene diesmal nur zum Ausweichen. Zwar kann man auch kurzzeitig in diesen Ebenen verweilen und sich frei bewegen, ausgeführte Attacken aber, befördern einen sofort in die normale Kampfebene zurück. Auf diese Weise kann man gegnerischen Attacken ausweichen, sich hinter den Gegner bewegen und mit einer kraftvollen Attacke wieder zurück ins Geschehen schnellen. Befindet sich der Gegner in einer der ‚defensiven‘ Ebenen, kann dieser durch Druck auf die D-Taste mit einem speziellen Angriff ‚zurück‘ geholt werden. Einen dreidimensionalen Eindruck macht das Spiel dadurch zwar nicht, komplexer macht RBFF diese Innovation aber auf jeden Fall. Die grösste Neuerung bei RBFF stellt aber ohne Zweifel das geniale Ring-Out Feature dar: jeweils die linke und rechte Begrenzung jeder Stage wird durch ein Hindernis, wie z.B. einer Holzwand, einer Menschenmenge oder einem Fahrstuhl versperrt. Jedes Mal, wenn einer der Kontrahenten getroffen gegen diese Begrenzungen prallt, bricht diese ein Stück mehr in sich zusammen, bis sie, unter dem Gewicht des Getroffenen, einstürzt. Letzteres hat ein Ring-Out zur Folge. Zerstörte Hindernisse werden in den darauffolgenden Runde nicht wieder aufgebaut, weshalb es dann natürlich schneller zu einem Ring-Out kommt.

Richtig witzig wird’s aber erst, sieht man was mit dem aus dem Ring geworfenen alles so passieren kann, denn da hat sich SNK mal wieder richtig ins Zeug gelegt! Vom simplen ins Wasser fallen, über unfreiwilliges Zusteigen in eine U-Bahn bis hin zum Sturz in einen Fahrstuhlschacht ist einiges dabei. In der vorletzten Stage könnt ihr mit Hilfe eines Ring-Outs sogar einen Tanklastzug zum explodieren bringen, der daraufhin in der nächsten Runde von einem Aufgebot an Feuerwehrleuten gelöscht wird. Letzteres findet man leider nicht auf der CD-Version. Diesem aufwendigen Feature zum Opfer fiel die Anzahl der Stages, die auf fünf verschiedene reduziert wurde (jeweils drei Kämpfer teilen sich eine Stage). Zum Glück gibt es aber die aus der FF-Serie bekannten Veränderungen von Match zu Match (z.B. unterschiedliche Tageszeiten). Spielerisch hat sich von FF3 zu FFRB nicht sehr viel getan. Zwar gibt es auch hier das ein oder andere veränderte Detail, wie etwa das Ausweichen und Countern, was jetzt zu einer Aktion verschmolzen ist (untenvorne+a, wir erinnern uns bei FF3: untenvorne = ausweichen, dann a = countern), im grossen und ganzen bietet FFRB hier aber nichts wirklich neues, gegenüber dem Vorgänger. Lediglich eine ‚Backdoor-Attacke‘ ist hinzugekommen: Haltet ihr im Sprung die Taste D gedrückt, dreht sich euer Recke in der Luft um. Beim zusätzlichen betätigen einer der Attack-Buttons, könnt ihr so euren übersprungenen Gegner von hinten attackieren.

Ausserdem erwähnenswert ist bei RBFF die künstliche Intelligenz der CPU. FF3-Spieler erinnern sich an gnadenlose Hellseher-Aktionen und an erbarmungslose Counter. Während beim Vorgänger diese Mätzchen erst ab dem 5. oder 6. Gegner zu bemerken waren, macht bei RBFF bereits der zweite und dritte Gegner (auf Stufe 4) von diesen Tricks Gebrauch. Aber FF galt ja noch nie als einfaches Prügelspiel. Es werden also einige Übungsstunden vergehen, bevor ihr Geese zum wiederholten Male den Geese Tower hinunter werft. Letzteres dürft ihr allerdings nur mit Terry oder Andy bewundern, dafür aber auch absolut perfekt in Szene gesetzt! Fazit: RBFF kann in fast allen Punkten überzeugen, lediglich die geringe Anzahl der Stages dürfte einigen Kritikern Anlass zum Meckern geben.

KGenjuro | Torsten