Nightmare in the Dark

ナイトメアインザダーク

  • Eleven / AM Factory

  • 2000

  • Jump'N Run

  • MVS

  • 168 Megs

  • 1-2 Players

Armer Totengräber… aufgrund seines furchterregenden Aussehens lebt Grabwächter Mori bei seinen stummen Gesellen auf dem Friedhof. Eines Nachts jedoch wurde die Ruhe auf dem Friedhof jäh gestört und Mori fand mehrere Ruhestätten geschändet und… leer! Um den mysteriösen Umständen auf den Grund zu gehen, spaziert der tapfere Grabwächter nun Nacht für Nacht über seinen Arbeitsplatz und verjagt aus Gräbern auferstandene Geister, Zombis und Dämonen. So weit so gut. Bis hierhin schonmal sehr schön, denn gleich nach dem Einstecken und Anschalten verwöhnt uns NitD mit schaurig schöner Halloween Grafik. Die Animationen, die sich auf dem Modul tümmeln sind einfach nur genial. Von Mori selbst, über den torkelnden Zombi bis hin zum buckligen Igor ist alles mit viel Liebe zum Detail gezeichnet und animiert worden. Respekt! Im 2Spieler-Modus wartet das Modul leider mit derben Slwodowns auf, die diesen Mode fast unspielbar machen. Schade.

Aber erstmal zum Spielprinzip. Hier haben sich Eleven und AM Factory dreist beim alten Klassiker Bubble Bobble (nicht Puzzle Bobble) bedient. In einem bildschirmgrossen Level gilt es den tapferen kleinen Mori mit Sprüngen über Platformen in Richtung seiner Gegner zu steuern. Wurde bei Bubble Bobble noch mit Seifenblasen auf allerlei Getier geschossen, benutz unser Totengräber seine ihm treu ergebene Öllampe, um sich die Untoten vom Hals zu schaffen. Durch betätigen der A- oder C-Taste schmeisst ihr eine kleine Flamme in kurzer Distanz von euch. Trefft ihr einen Gegner, fängt dieser Feuer und bleibt sofort stehn. Gebt ihr ihm nun weiter fleissig Feuer, lodern die Flammen höher, bis sich unser seelenloser Freund in einen Feuerball verwandelt. Diesen Feuerball folgt euch, nachdem ihr ihn berührt habt, für eine gewisse Zeit und ihr könnt ihn durch Druck auf A oder C in Blickrichtung auf herumstreunende Bösewichte werfen. Da der Feuerball erst nach einigen Bandenberührungen erlischt, ist es möglich mehrere Feinde mit einem Wurf zu erledigen. Schafft ihr es die komplette Formation Feinde in einem Level mit einem Wurf zu erledigen, winken 10.000 Punkte Bonus in Form eines Riesendiamanten. Tragt ihr den Feuerball allerdings zu lange an euerer Seite, verwandelt er sich wieder in einen brennenden Zombi, der wiederum nach einiger Zeit ausbrennt und seine Jagd auf euch fortsetzt.

Im fortschreitenden Spielverlauf kreuzen immer neue, wirklich coole Gestalten, den Weg eures Totengräbers und auch bildschirmfüllende Endbosse wollen von Zeit zu Zeit besiegt werden. Letztere sind eine wahre Augenweide, begeistern, wie der Rest der Grafik, mit genialen Animationen und irrwitzigen Design (der Totenschädel auf Rädern!) und wollen mit den Feuerbällen, die ihr aus den Gegnern erzeugt, die sie euch von Zeit zu Zeit zuwerfen, erledigt werden. Leider hat NitD auch einige derbe Schwachpunkte. Zum einen wären da die begrenzten Aktionen, die Mori auf dem Kasten hat. Ausser Flammen werfen und springen haben die Programmierer ihm wirklich nix gegönnt. Ein oder zwei kleine Special Moves oder eine Powerleiste für eine Superattacke, wie sie auf dem NeoGeo längst nicht mehr nur bei Prüglern anzutreffen sind, hätten der steinalten Spielidee recht gut getan und eine Ausweichmöglichkeit vermisse ich auch. Letzteres wäre bei dem hohen Feindaufkommen wirklich hilfreich, wobei wir auch schon beim zweiten grossen Schwachpunkt sind: der Schwierigkeitsgrad. Dank immensen Feindaufkommen und erbärmlichen Aktionsmöglichkeiten sind eure drei mickrigen Leben derart schnell verwirkt, dass man im späteren Verlauf gar nicht so schnell gucken kann, so schnell wie man da ein Continue nach dem anderen verbrät. Aber Übung macht ja bekanntlich den Meister und letztere werden ihre Freude an der Hiscore Jagd haben.

Nach Ablauf der Levelzeit werdet ihr übrigens von einem violetten Kürbis gejagt, der euch solange per Luflinie auf den Fersen bleibt, bis ihr das Level abgeräumt oder er euch verspeist hat. Natürlich gibt’s auch bei Nightmare in the Dark Bonusitems, die ihr aus zerschellten Feuerbällen gewinnt. Hier spendiert euch das Spiel eine grössere Flamme, eine erweiterte Schussdistanz, einen zügigeren Gang und natürlich auch Bonuspunkte. Aber Vorsicht! Die Totenköpfe nehmen euch alle zuvor eingesammelten Fähigkeiten wieder weg und verlangsamen Mori sogar noch eine Spur. Was unbedingt noch erwähnt werden muss, ist die Musik, die eine schaurig schöne Mischung aus düsteren Loops und HipHop Beats darstellt. Mir persönlich hat sie sehr gut gefallen, vor allem der Bosstrack ist richtig witzig. Kommen wir also zum Fazit: NitD ist wirklich ein nettes Spiel und bietet super Animationen, schöne Backgrounds, witzige Gegner und interessante Musik, leider aber auch eine auf die Dauer eher öde uralte Spielidee, an der ausser dem Feuerball nix innovatives zu finden ist. Aber bei der tollen Grafik macht die Hi-Score Jagd auf jeden Fall trotzdem Spass. Leider nur alleine, denn der 2Spieler-Mode ist, wie oben bereits erwähnt, von Slowdowns geplagt.

KGenjuro | Torsten