Neo Bomberman

ネオ・ボンバーマン

  • Hudson Soft

  • 1997

  • Puzzle

  • MVS

  • 138 Megs

  • 1-2 Players

Auch auf dem NeoGeo treiben Hudson’s Vorzeige-Pyromanen, die Bombermen, ihr hitziges Unwesen und schmeissen sich munter dutzende von Bomben um die Ohren. Wenn dann noch ein exentrischer Professor die grosse Liebe des Protagonisten entführt, ist bombige Stimmung auf SNK’s Hardware garantiert.

Der Erfolg der Serie basiert in erster Linie auf dem Battle Mode, der auf SNES und Co. dank Multiplayeradapter zu viert oder fünft, nächtelange Duelle mit nicht schwinden wollendem Replay Value bot. Auf dem NeoGeo, das sei gleich vorweg genommen, kann im Battle Mode nur zu zweit angetreten werden, obwohl die Anzeigen für Spieler Drei und Vier ihren Weg bereits auf das Modul gefunden haben. Dies und die Tatsache, dass es das Spiel lediglich in spanischer Sprache gibt, lässt auf einem verfrühten Release des Titels schliessen.

Neben dem Duellmodus habt ihr aber auch auf dem NeoGeo die Möglichkeit, den Adventure Modus zu bestreiten, in dem ihr alleine oder zu zweit, abstrakte Gegnersprites mit euren Bomben ins Jenseits befördern müsst, um den Ausgang eines jeden Levels freizulegen. Die Abschnitte sind hier in unterschiedliche Welten aufgeteilt, die sich jeweils durch Gegnertypen und Thema unterscheiden (z.B. Rummelplatz oder Unterwasserlabor) und am Ende jeder Welt erwartet euch in alter Manier ein Endboss, der mit einer bestimmten Taktik besiegt werden will.

Was das Gameplay angeht, so hält sich Neo Bomberman strikt an das bewerte System der Vorgänger. Mit der A-Taste werden fleissig Bomben an ‚zerstörbare‘ Objekte gelegt, um sich so den Weg durch das Labyrinth zu ebnen und um zu euren Gegnern vorzudringen. Auch diese sollten dann durch geschicktes Legen mehrerer Bomben zum Schweigen gebracht werden. Dabei ist Vorsicht geboten, denn die Feuerwalze der Sprengsätze schiesst blitzschnell durch die engen Gänge des Levels und kann auch, wenn es sich um die eigene Bomben handelt, zu einem schmerzhaften Lebensverlust führen, bzw. im Falle des Battle Modes, zum Verlieren der Runde.

Zur tatkräftigen Unterstützung sind in einigen ‚zerstörbaren‘ Objekten, Items versteckt, die bei ihrer Zerstörung freigegeben werden. Neben zusätzlichen Bomben, Speed-Ups, Flammenverlängerung und Schutzpanzer, bietet euch der Schuh, bzw. der Handschuh die Möglichkeit, Bomben wegzutreten oder zu werfen. Bombermännchen, die im Besitz des Handschuhs sind, können vom Gegner geworfene Bomben auch fangen und gleich wieder zurückwerfen!

Aber nicht nur nützliche Items liegen auf dem kahlen Boden der Arenen. Wer ein Totenkopfitem aufsammelt wird von seltsamen Krankheiten infiziert, die negative Eigenschaften zu Folge haben (automatisches Bomben legen, unkontrollierbare Geschwindigkeit, etc…). Berührt ein infizierter Charakter einen anderen Spieler, ist dieser auch von den Eigenschaften betroffen.

Ab und an findet ihr in den Levels auch Eier oder Kisten, in denen Reittiere, bzw. computergesteuerte Bombermänner versteckt sind. Letztere laufen z.B. blindlinks durch die Arena und legen Bomben und sind dementsprechend nicht nur für eure Gegner gefährlich. Die Reittiere dienen euch in erster Linie als Joker bei einem Treffer durch eine Bombe, da sie dann an eurer Stelle ableben und ihr auf diese Weise eine zweite Chance bekommt. Zusätzlich haben diese witzigen Tiere, in Form von Oktopussen, Fischen oder auch Vögeln, auch noch spezielle Eigenschaften. Mit einem kann man z.B. über Objekte wandern, die zu Fuss unpassierbar sind, andere können Bomben aus dem Weg räumen oder haben eine Kamikazefunktion, mit der sie unter Einsatz ihres Lebens in Richtung Gegner geschossen werden.

Während ihr im Adventure Mode mit einem gemeinen Feld- und Wiesen-Bomberman unterwegs seid, könnt ihr im Battle Modus zwischen zwölf Charakteren wählen, die teilweise auch noch über Kenntnisse eines Spezialmanövers verfügen, die durch spezielle Eingabekommandos ausgefürt werden. So kann sich Kotetu, der Samurai z.B. zufällig durch das Level beamen, oder Atomic-Bomberman eine Elektroplasma-Barriere um seinen Körper aufbauen. Sehr sonderbar wirkt das Special des kleinen Rubbers, der sich tatsächlich in einen Kondom zu verwandeln scheint. In diesem Zustand kann er dann unüberwindbare Objekte passieren. Witzig: in der Auswahl der Charaktere befindet sich auch der sogenannte G-Bomber, eine goldene Version der putzigen Pyromanen, in die man sich bei früheren Spielen automatisch verwandelte, hat man ein Match gewonnen.

Negativ aufgefallen ist mir neben dem fehlenden Vierspieler Modus noch die geringe Anzahl an Stages im Battle Mode. Zwar warten drei der vier Arenen mit eigenen Highlights auf (Büsche zum Verstecken, Seile zum Schwungholen, Teleporter), allerdings hat man sich die Optik der Anlagen schnell sattgesehen und die Langzeitmotivation wird dadurch stark getrübt.

Mein abschliessendes Fazit ist trotz der im letzten Abschnitt angesprochenen Mängel eine Kaufempfehlung, gerade für diejenigen, die nicht auf die tollen SNES-, PC Engine- oder Saturn-Versionen zurückgreifen können. Spiele dieser Art sind rar auf dem Neo, gehören also in jede gut sortierte MVS-Sammlung.

KGenjuro | Torsten