Metal Slug – Advance

Tyra Elson und Walter Ryan heißen die neuen Metal-Slug-Rekruten. Fünf Levels plus ein geheimes Dungeon hast du Zeit, dich an die beiden zu gewöhnen. Besonders schwer fallen sollte das nicht: Entwickler SNK Playmore veränderte für den ersten Gameboy-Autritt am bekannten Spielprinzip nur das Nötigste. Wie gehabt gilt, alles abzuschießen ohne dabei selbst Kugeln einzufangen. Am besten stellst du im Options-Menü deine Knarre auf Dauerfeuer. Das schont nicht nur den B-Knopf, sondern auch die Nerven. Denn leicht präsentiert sich Metal Slug Advance nicht gerade. Warum sich das Programm diese Einstellung allerdings nicht merkt, bleibt mir ein Rätsel. Immerhin glänzt es bei den Spielständen mit pompöser Batteriespeicherfunktion. Tz tz tz…

Zum ersten Mal in Aktion sah ich Metal Slug Advance auf der E3 in Los Angeles im Mai 2004. Damals machte das Jump&Shoot einen dürftigen Eindruck: Langweilige Hintergründe, wenig Gegner und vermutlich selbst für Rentner zu lahm. Doch das gehört zum Glück der Vergangenheit an. Bis auf die Tatsache, dass die Levelhintergründe eher sparsam ausfallen, macht das Spiel inzwischen alles richtig. Meist von links nach rechts ballerst du dich durch eine von Außerirdischen und Soldaten bevölkerte Südseeinsel. Wie schnell du vorrückst, bleibt dir überlassen. Metal Slug untypisch darfst du sogar im Level zurückgehen. Das Problem: Bereits erledigte Feinde stehen dann wieder an Ort und Stelle und zehren an den Nerven. Solche Leveldesign-Notlösungen haben gute Spiele doch seit Ende der 80er-Jahre nicht mehr nötig, dachte ich. Doch auch diese Hürde meistert der Frust gewohnte Spieler mit Geduld und gutem Gedächtnis.

Das größte Zugeständnis an die Pokémon-Generation sind Sammelkarten. Die gibt es anstelle von Punkten und verstecken sich in jedem Level. 100 Stück existieren. Du bekommst sie zum Beispiel, indem du Gegner besonders schnell erledigst oder bestimmte Objekte beschießt. Nach dem Spiel kannst du sie im Menü bewundern und mit manchen sogar Hilfen frei schalten. Schutzwesten zum Beispiel. Oder Slug-Panzer und neue Abschnitte. Auch oben erwähnter Dungeon-Level ist über eine Sammelkarte aus der fünften Mission zu erreichen. Einziger Haken: Du darfst die Karten nur behalten, wenn du das jeweilige Level meisterst, ohne dabei den Löffel abzugeben. Das Gleiche gilt für die 100 überall verteilten Gefangenen. Das klingt nicht nur hart, das ist es auch. Denn spätestens ab Level 3 treiben dich die Endgegner in den Wahnsinn. Die geben zwar mit der richtigen Taktik klein bei, sind aber zum Teil knüppelhart. Wenigstens hatten die Entwickler ein Herz und bescherten deinem Helden einen Energiebalken. Ein paar Treffer steckt deine Figur weg, bevor der „Mission failed“-Bildschirm dich in die Realität katapultiert. Das kupferte SNK Playmore sehr schön von den zwei Metal Slugs für den Neo Geo Pocket ab.

Technisch ist Metal Slug Advance solide und nutzt die Gameboy-Hardware gut. Das Spiel bringt eine ganze Weile viel Freude. Für Neo-Geo-Fans mit Game Boy Advance ist es definitiv ein Pflichtkauf. Und bevor jetzt jemand fragt: Nein, es gibt kein Blut im Spiel. Auch nicht im Ausland.

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