Metal Slug 5

メタルスラッグ 5

  • SNK Playmore

  • 2003

  • Run'N Gun

  • NGH / AES | MVS

  • 708 Megs

  • 1-2 Players

Zombies, Mumien und Außerirdische – wer an so etwas glaubt, hat entweder einen Dachschaden oder steht total auf Metal Slug 3. Für viele Fans verkörpert dieser Teil das einzig wahre Metal Slug. Mir persönlich kam dabei aber besonders das finale Level vor, als hätte es SNK ein paar Stunden zu lange auf der Streckbank liegen lassen.

Diesen Kummer kenne ich bei Metal Slug 5 nicht. Alle fünf Levels verfügen über eine auch für Punktejäger angenehmen Umfang und die sehr coolen Levelbosse sind nicht übermenschlich schwer. Ein würdiger 16Bit-Abschluss für die Erfolgsserie. Denn den nächsten Teil kündigte SNK Playmore für das Atomiswave System von Sammy an: Das Neo Geo hat somit ausgedient.

Auch im jüngsten Metal Slug ballert und hüpft der Spieler durch die Levels. SNK Playmore konnte sich sogar durchringen, ein paar neue Gegner-Sprites zu zeichnen. Da Dauerendgegner Morden mittlerweile scheinbar endgültig den Löffel abgegeben hat, präsentieren die Entwickler ein neues Feindbild. Wie bereits im Abspann des Vorgängers angedeutet, entwendet eine zunächst noch unbekannte Organisation eine Diskette mit den Metal-Slug-Konstruktionsplänen. Ein Job für Marco, Tama, Fio und Eri.
Vier alte Bekannte. So weit, so gut. Doch scheinbar hat SNK Playmore gegen Ende die Kurve nicht ganz bekommen. Denn in Bezug auf Hintergrundstory lässt uns das Spiel nach einer kleinen Zwischensequenz, in der ein Eingeborenenpriester eine geheimnissvolle Maske findet und aufsetzt, im Stich. Viele Fragen bleiben unangenehm im Raum stehen. Warum gibt es später ganz viele Maskenmänner? Warum muss man die Kerle zwei Mal ins Jenseits befördern? Was bedeutet dieser mysteriöse Dämon am Ende von Level 5? Das ist keineswegs spielentscheidend, aber diese Schlampereien hinterlassen einen unfertigen Eindruck.

Dass noch ein paar Antworten geplant waren, dürfen sich zumindest die Besitzer eines Debug-Bios ansehen: Auf dem Modul versteckt sich im Datenmüll mit einer Riesen-Roboter-Schildkröte doch glatt noch ein weiterer, nicht ins Spiel integrierter Endgegner. Auch für den erwähnten Eingeborenenpriester existieren weitere Animationen. Sehr, sehr schade.

Abgesehen davon ist Metal Slug 5 ein Genuss. Nachdem die Entwickler im vierten Teil in erster Linie alte Bestandteile und Grafiken aufwarten, glänzt der Nachfolger wieder mit einigen coolen Ideen und kleinen Innovationen. So darf der Spieler nun etwa auf Knopfdruck über den Boden rutschen. Was zunächst nur wie ein netter Gag wirkt, besitzt tatsächlich Nutzwert: Während bei langen Gewehrsalven ein Sprung Lebensenergie kosten würde, kannst du so dem Ganzen effektiv entgehen und deine Position verbessern. Auch die drei neuen Slugs sind der Hammer. Der Slug-Gunner ist ein schlagkräftiger Mech-Stampfer, der Kleinwagen-Slug definitiv einen Schmunzler wert und der Spider-Slug brät ganze Gegnerhorden problemlos vom Bildschirm.

Auch der Sound von Noise Factory macht mit E-Gitarren-Riffs ordentlich Dampf, was auch prima zum schnellen und abwechslungsreichen Spielgeschehen passt. Mit der Flug- und der Unterwassereinlage bekommst du nette Gags geboten. Geheime Levelabschnitte gibt es zwei. Immerhin. Falls du jetzt mit dem Gedanken spielst, dir Metal Slug 5 zu kaufen, hast du Pech. Zumindest in Bezug auf die Heimversion beim offiziellen Distributor Neostore.com. Dort war das Spiel schnell ausverkauft. Sammler dürfen sich gegen Aufpreis die so genannte Classic-Edition gönnen, die es unter anderem auch für Metal Slug 4 gibt. Dieses Ergänzungsset besteht aus einem zweiten Modulsticker und einem Austausch-Cover in Grau, die dem alten SNK-Design der US- und Euro-Spiele näher kommen.
Sollte Metal Slug 5 einmal preisgünstig deinen Weg kreuzen, schlag unbedingt zu. Denn auch falls einige Slug-Veteranen sicher wehmütig den alten Zeiten hinterher trauern, wirkt Teil 5 wieder wie aus einem Guss und ist sein Geld wert. Lang rolle die Metall-Schnecke!

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