Metal Slug 4

メタルスラッグ 4

  • Mega Enterprises

  • 2002

  • Run'N Gun

  • NGH / AES | MVS

  • 576 Megs

  • 1-2 Players

Um es kurz zu machen, Neo-Geo-Daddler: Mit dem Kauf von Metal Slug 4 macht Ihr nichts falsch. Es erscheinen ohnehin nicht mehr viele 2D-Spiele, schon gar nicht so qualitativ hochwertige wie der mittlerweile fünfte Teil der Metal-Slug-Reihe (Metal Slug X mitgezählt). Sicher gibt es auch Kritik. Die rührt jedoch in erster Linie daher, weil man das Jump&Shoot zwangsläufig mit seinen grandiosen Vorgängern vergleicht. Und da hat jeder Teil Vor- und Nachteile. Entwickelt hat das Spiel übrigens Noise Factory. Na, fällt der Groschen? Genau. Das sind diejenigen, die sich mit dem größtenteils langweiligen Sengoku 3 nicht gerade mit Ruhm bekleckert hatten. Zwar finden sich auch in Metal Slug 4 eine Hand voll tödlich langatmiger Stellen mit immer wiederkehrenden Endlosgegnern, doch das raubt der Ballerei insgesamt zum Glück nicht die Dynamik.

Im Lande der Metall-Schnecken ist mittlerweile das Jahr 200X angebrochen. Die Welt zittert vor dem Cyber Terror. Die Verbrecherorganisation Amadeus plant mit einem Computer-Virus sämtliche Kommunikationseinrichtungen der Erde lahm zu legen. Den Kampf gegen die Unterwelt tritt diesmal die gesamte Metal-Slug-Prominenz an. Tarma (aus Teil 1 bis 3) und Eri (Teil 2 bis 3) begleiten dich allerdings nur in kurzen Zwischensequenzen. Als eigene Spielfigur auswählen darfst du hingegen Marco (alle Teile), Fio (Teil 2 bis 3) sowie die beiden Neulinge Trevor oder Nadia. Doch die Wahl der Teilnehmer ist ohnehin nur eine optische Spielerei, denn alle vier haben die gleichen Stärken und Schwächen.

Am Spielprinzip hat sich trotz des Abgangs von SNK nichts geändert. Noch immer hüpft und ballert man sich durch sechs Missionen. Mit der doppelten Maschinenpistole findet sich unter den zehn Extra-Waffen (Granaten und anderer Schnickschnack ausgenommen) sogar mindestens eine Neuentwicklung. Interessant ist, dass Noise Factory scheinbar versuchte, das Flair des ersten Metal Slugs mit den Errungenschaften des dritten Teils zu verbinden. Es gibt beispielsweise in fast allen Levels Abzweigungen, dafür kämpft der Spieler nicht mehr gegen Außerirdische. Die Gegner sind wieder Soldaten und ein paar skrupellose Wissenschaftler. Nur ein paar seltsame Zombies, Mumien, Piraten und Cyborgs konnten sich die Entwickler dann doch nicht verkneifen. Schade, dass Metal Slug 4 nicht genauso spektakulär wirkt wie seine Vorgänger. Woran das liegt, ist schwer zu sagen. Vielleicht an den weniger einfallsreichen Endgegnern oder den blasseren Explosionen? Vielleicht. Oder an dem etwas knarzigeren Sound? Möglich. Wahrscheinlich sind jedoch die teilweise interaktionslosen Hintergründe schuld. Da ist der Metal-Slug-Fan einfach besseres gewohnt.

‚See you in Hell‘, knarrt eine Stimme. Weißt du schon, um wen es sich handelt? Richtig: Es ist der MG-Typ der bereits seit Metal Slug 1 mit von der Partie ist. Diesmal entpuppt er sich gar als Roboter. Auch General Morden kommt zu seinem Gastauftritt. Wer genau aufpasst, erkennt jede Menge recycelte Gegner und Grafiken. Besonders beim ersten Teil hat sich Noise Factory gnadenlos bedient. Stören braucht dich das aber nicht: Kombiniert mit neuen Kreationen entsteht ein durchaus eigenständiges Spiel. Kein Vergleich zum Verhältnis von MS 2 und MS X. Auf einem Baumstamm einen schneebedeckten Berg runterzurutschen, macht einen Heidenspaß. Details wie Fußspuren im Schnee hätte Noise Factory gerne öfter einbauen dürfen. Und wer lässt sich nicht gerne mit einer Spritze stechen, wenn er danach als Affe (dem Helfer aus dem Vorgänger) an der Decke entlang hangeln kann?

Es empfiehlt sich, das Spiel mit jedem der vier Charaktere einmal zu beenden, denn so schaltet man im Optionsmenü eine Galerie mit jeweils einem Bild der Helden und Heldinnen frei. Hut ab, Playmore! Ich hätte nicht gedacht, dass sich auf der Memorykarte noch etwas anderes abspeichern lässt als der Spielstand. Wenn sich Metal Slug 5 jetzt auch noch die Highscore-Liste merken würde, wäre ich vollends zufrieden. Doch selbst jetzt präsentiert sich das Spiel für Punktejäger interessanter als der Vorgänger. Das liegt nicht nur an einem Combo-Extra, sondern daran, dass Metal Slug 4 einen sehr gut austarierten Schwierigkeitsgrad besitzt. Der macht das Modul zumindest für Ballerfans nahezu unverzichtbar. Da Metal Slug 4 je nach Geschmack kaum besser noch schlechter ist als die übrigen Teile, bekommt es ebenfalls eine hohe Wertung. Für einen Hitstern mangelt es aber eindeutig an Innovationen.

Anmerkung: Zum Abschluss noch eine Warnung an alle, die ihr Neo Geo ausschließlich mit einem Developer-Bios betreiben: Durch ein anderes Platinenlayout scheint Metal Slug 4 in Kombination mit dem Chip manchmal nicht zu booten. Statt dem Titelbild erscheint ein Bildschirm mit Speicheradressen auf dem Fernseher. In dem Fall einfach das Modul noch mal rein- und rausziehen und neu starten.

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