Matrimelee

Shin Gouketsuji Ichizoku Toukon

新豪血寺一族 闘婚-Matrimelee-

  • Noise Factory / Atlus

  • 2003

  • Beat'em Up

  • NGH / AES | MVS

  • 646 Megs

  • 1-2 Players

Dieses Spiel ist cool. Es ist die Fortsetzung der Power-Instinct-Serie von Atlus. Neben wirklich merkwürdigen Charakteren wie etwa Menschenhund Poochy oder einer mit Gebissen werfenden Oma bietet es die wohl ausgefallenste Musikuntermalung der NeoGeo-Geschichte. Eine grunzende Thrash-Metal-Band, japanische Karaoke-Sänger, Mäusechöre oder depressiv wirkende Akustikgitarren-Spielerinnen liefern den krassen Gegensatz zur schnellen Prügelaction. Allerdings darfst du die etwas kratzig aufgenommenen Stücke nur genießen, wenn du ein japanisches NeoGeo besitzt oder dein Gerät auf „japanisch“ stellen kannst. Andernfalls spielt das Bios nur Songs ohne Gesangsspuren ab.

In einem Turnier sucht Prinzessin Sissy beziehungsweise ihr Bruder einen Ehepartner. Inklusive der jungen Endgegnerin tauchen 20 Charaktere im Spiel auf. Darunter vier Kämpfer aus Rage of the Dragons, die sich nur per Cheat aktivieren lassen. Bevor du lange suchst: Um Elias, Jimmy, Jones oder Lynn zu spielen, musst du im Charakterwahl-Menü schnell hintereinander vier mal hoch, drei mal runter, zwei mal links und ein mal rechts drücken. Prinzessin Sissy kannst du spielen, indem du nach der Wahl eines Charakters alle vier Knöpfe bis zum Sprücheklopf-Bildschirm vor dem Kampf gedrückt hältst. Das klappt allerdings nur am NGH.

Alle Figuren lassen sich relativ leicht bedienen und schöne Kombo-Attacken gelingen in der Regel bereits nach kurzer Einspielzeit. Am unteren Bildrand befindet sich eine Stress-Anzeige, die sich füllt, wenn der Gegner etwa Angriffe blockt. Ist der Balken voll, kannst du eine schöne Energiewelle auf den Gegner loslassen. Wenn beide Spieler gleichzeitig ihre Spott-Bewegung machen, kommt ein Fernsehbildschirm von der Decke und zeigt diverse Knopf-Kombinationen an. Wer die schneller eingibt, verpasst dem Gegenüber einen Schlag. Sogar den Ringrichter kannst du mit B und C auf den Feind werfen. Echt witzig!

Die Negativpunkte des an sich netten Prügelspiels sind die übermächtige Endgegnerin Prinzessin Sissy und die geringe Zahl der Stages. Sissy zaubert aus Ihrer kleinen Schmuckschatulle eine Monsterattacke nach der anderen und regeneriert sogar teilweise Ihre Energie. So macht kämpfen keine Freude. Der größere Kritikpunkt sind die nur 5 ½ Arenen. Die sehen zwar an sich sehr schön aus und Entwickler Noise Factory entzückt mit unheimlich vielen lustigen Details wie Leinwandbotschaften, allerdings wiederholt sich besonders die Bühnenstage (mit kleineren Variationen) sehr oft. Im Versus-Modus kann es daher passieren, dass sie sich eine halbe Stunde lang vor nahezu dem gleichen Bildschirmhintergrund die Ohren lang ziehen. Langweilig.

Fazit: Ein leicht überdurchschnittliches Prügelspiel mit fantastischem Sound und einigen Schwächen.

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