The King of the Monsters

キング・オブ・ザ・モンスターズ

  • SNK

  • 1991

  • Fighting Game

  • NGH / AES | MVS | CD

  • 55 Megs

  • 1-2 Players

Diesen Alptraum hat wohl jeder Japaner mindestens einmal im Leben: riesige Echsen, Affen oder auch Motten prügeln sich quer durch die geliebte Stadt (meistens Tokyo oder Osaka) und legen diese dabei in Schutt und Asche. Unzählige Male wurde dieses Thema vom japanischen Film, seit dem ersten Schwarz/Weiss-Gozilla wieder und wieder aufgegriffen und gerade Tokyo musste das ein oder andere Mal wieder aufgebaut werden. Markenzeichen dieser Filme sind vor allem eins: sie sind absolut thrashig produziert. Akteure laufen in Ganzkörper Gummianzügen über Spielzeug-Landschaften und zerstören dabei alles, was ihnen unter die Füsse kommt. Zig Monster wurden von den japansichen Filmemachern im Laufe der Zeit entworfen und tauchten immer wieder in den verschiedensten TOHO-Film Produktionen auf. Grund genug für SNK, sich diesem Thema einmal anzunehmen und die Schrecken aller Japaner in einer Prügel/Wrestling-Mischung aufeinander losgehen zu lassen. Das Line-Up ist ein Spiegelbild der TOHO-Produktionen: eine Riesenechse, ein Riesengorilla, Ultraman-Verschnitt Astro Guy, ein mutiertes Etwas aus dem Meer, ein Steinriese und ein Schlamm-Monster gehen an den Start um sich in verschiedenen japanischen Städten, gegenseitig die mutierte Rübe einzuhauen. Logischerweise ist das Spiel, eben wie die Filme, nur was für absolute Thrash-Monsterfilm Fans. Als Wrestling-Simulation taugt KOTM nicht die Bohne.

Zu gering ist die Basic und Special-Move Palette und die träge Steuerung lädt ein zum hektischen ‚Button-mashing‘. Mit etwas Übung kommt man zwar in den Flow des Spiels, allerdings fehlt eindeutig die nötige Motivation, sich dafür längere Zeit mit dem Teil zu beschäftigen. Man spielt’s eben nur wegen dem herrlich thrashigen Flair, dafür ist das aber auch sehr gut gelungen. Vor allem der super Soundtrack (kein Witz!), erinnert an heisse Gefechte zwischen Supermonstern auf hochexplosiven Zelluloid. Zum Kampf-System: Eure Monster können mit A und B, einen Schalg bzw. einen Tritt ausführen, was zusammen mit dem Rennen durch drücken der C Taste auch schon das gesamte Basic-Repertoire darstellt. Hinzu kommen verschiedene Spezialbewegungen, wie z.B. A oder B beim Laufen oder unten+A/B nach dem Greifen des Gegners. Viel ist das nicht und auch die Wrestle-Techniken beschränken sich auf ein paar Würfe und Suplexe. Einen etwas härteren Special, wie beispielsweise Geon’s Feuer-Atem, führt ihr durch gedrückthalten der Tasten A und B aus. Eine gelungene Wrestling-Attacke wird mit einem Power-Up belohnt. Sammelt ihr eine bestimmte Anzahl dieser Bonis, steigt ihr eine Stufe höher in der Monster-Evolution. Visuell wird diese Verwandlung aber nur durch ändern der Farbe dargestellt. Ein K.O. gibt es nicht. Ist die Energie-Leiste des Gegners erschöpft, setzt ihr zu einem PIN an, dem aus dem Wrestling bekannten festnageln des Gegners am Boden. Hat sich euer Gegner nicht innerhalb von drei Sekunden aus der Umklammerung befreit, seit ihr Sieger, andernfalls müsst ihr ihn noch etwas bearbeiten. Am Ende eines Kampfes entscheidet eure Move-Vielfalt (?) über die Menge an Energie, die das eigene Monster hinzubekommt um im nächsten Level zu bestehen.

Ihr habt die Wahl zwischen drei Spielmodis: Allein gegen die CPU, zu zweit gegen die CPU oder ein Versus-Match mit einem Freund. Besonders der Team-Modus verdient hier Anerkennung, dieser wird ja immer seltener. Das witzigste Feature ist eindeutig die Umgebung: ihr könnt eigentlich alles zerstören. Wolkenkratzer, Brücken, Bahnschienen… einfach alles! Überall fliegen Jets oder Hubschrauber, die ihr vom Himmel holen und gegen euren Gegner als Wurfgeschosse einsetzen könnt. Witzig: während eines PIN’s kommt es schon mal vor, dass eine Reihe Autos gegen die mutierten Monster fährt und einen Massenunfall verursacht. Fazit: für Liebhaber japanischer Monsterfilme verspricht KOTM auf jeden Fall kurzzeitig Unterhaltung. Alle anderen bekommen ein auf die Dauer eintöniges Wrestling-Game, das aber dennoch mit einigen witzigen Features ausgestattet ist.

KGenjuro