The King of Fighters ’97

ザ・キング・オブ・ファイターズ '97

  • SNK

  • 1997

  • Beat'em Up

  • NGH / AES | MVS | CD

  • 460 Megs

  • 1-2 Players

KoF97 ist… anders und das gefällt mir. Das schiebe ich als Warnung mal an den Anfang, da die Meinungen zu KoF97 doch stark auseinander gehen.

Die Charakterauswahl präsentiert sich opulenter denn je. Die Neuzugänge Shingo Yabuki, Ryuji Yamazaki, „Blue“ Mary Ryan, Billy Kane, Yashiro Nanakase, Shermie, Chris und Orochi. Dazu sind Iori, Leona, Yashiro, Shermie und Chris auch als Orochi Versionen verfügbar. Fleißig, fleißig SNK. Rausgeschmissen wurden lediglich Kasumi Todo, Mature, Vice und das KoF96 Boss Team mit Wolfgang Krauser, Geese Howard und Mr.Big. Der Vorboss aus KoF96, Chizuru Kagura, ist nun auch spielbar.

Grafisch ist KoF97 ein gutes Stück vorangekommen. Die Animationen der neuen Charaktere sind auf erträglichem Niveau und den anderen Charakteren hat man die in KoF96 noch vorhandenen Animationsreste aus KoF94/95 neu gezeichnet…das war aber auch zu peinlich in KoF96. Unter heutigen Aspekten sind die Animationen trotzdem ein Witz. Umso trauriger, dass SNK auch in allen folgenden KoFs den Grossteil dieser Grafiken beibehalten hat. Die Backgrounds präsentieren sich ein letztes Mal auf absolutem Spitzenniveau. Phantastische Szenarien wie die Korea Stage, die F1-Kurve in Monaco oder der Vergnügungspark wissen zu begeistern.

Der Soundtrack des Spiels ist gleichzeitig einer der größten Streitpunkte. Es hat jede Stage eine Art angedeutete Hintergrundmusik, die teilweise aber auch nur aus Geräuschen der Umgebung besteht. Richtige Musik kommt legidlich bei wichtigen Charakteren und Teams vor, die ihren eigenen Track haben. Letztere sind qualitativ absolut brillant und der KoF97 Soundtrack ist einer der Besten der Serie. Erstere sind Geschmackssache. Ich liebe die musiklosen Kämpfe, da sie eine völlig andere Atmosphäre haben als Kämpfe die durch krachende Musik unterlegt sind. Realistischer und spannender. Dasselbe Prinzip wird z.B. auch bei BurikiOne am HyperNeoGeo64 verwendet. Auch hier gibt es nur zwischen den Kämpfen Musik und die Atmosphäre des Spiels wird dadurch deutlich angehoben. Letztenendes ist es aber eine Frage der eigenen Vorlieben.

Anders ist bei KoF97 auch die gesamte Aufmachung des Spiels. Das Satella News Network (SNN) überträgt live das King of Fighters Turnier. Schmucke Stage Intros, fleißige Kameramänner und Zwischenreporte geben einem das Gefühl mittendrin statt nur dabei zu sein (ja, Flachwitz, verklagt mich). Die teilweise fehlenden Musikstücke tun ihr übriges dazu. Auch die Story von KoF97 gehört zum Besten der Serie. Orochi Iori/Leona, gefolgt vom fetzigen Orochi-Boss Team, gefolgt von Orochi himself wissen immer wieder aufs Neue zu begeistern. In Sachen Bosskämpfe mischt KoF97 ganz oben mit.

Auch das Gameplay wurde gegenüber dem unausgewogenen 96er Teil deutlich verbessert. Das müde Chargen für Supermoves per ABC wurde in den Extra Mode gepackt. Der Advanced Mode spielt sich deutlich flotter. Per Specialmoves füllt man nun seine Leiste, was defensives rumchargen überflüssig macht. Nervig hingegen sind die Rollen und das Dodgen im Advanced bzw. Extra Mode. Defensivmöglichkeiten die teilweise nur nerven. Die KI wurde etwas aufgewertet, die in KoF96 sehr starken CD Moves etwas abgeschwächt und einige Bugs entfernt. Leider nicht alle, denn KoF97 kann wirklich mit reichlich billigen Infinites aufwarten. Auch das Balancing der Charaktere ist nicht 100% gelungen. Deutlich besser als im Vorgänger, aber noch nicht perfekt. Leider…denn Bugs und Balancing sind für mich die einzigen Schwächen von KoF97 und auch die einzigen Nachteile gegenüber dem Nachfolger…aber dazu mehr im KoF98 Review.

Mystery