Kabuki Klash

Tengai Makyou - Shin Den

天外魔境 真伝

  • Hudson Soft

  • 1995

  • Beat'em Up

  • NGH / AES | MVS | CD

  • 202 Megs

  • 1-2 Players

Neben zwei Spielen mit ihrem Vorzeigepyromanen Bomberman hat die Firma Hudson auf dem NeoGeo auch einen Prügler im Programm. Für Kabuki Klash wurde tief im Hudson-Keller gewühlt und eine alte, etwas angestaubte Rollenspiel Party der ‚Far East of Eden‘ Reihe zu Tage befördert. Der recht bunte Haufen um den jungen Helden Manjimaru passt wirklich gut in das extrem farbenfrohe Prügelwerk, das trotz markanter Farbpalette nicht übersättigt wirkt. Zur Auswahl stehen dem Spieler acht, von Beginn an anwählbare Charaktere, die jeweils eine von acht Provinzen verteidigen. Erst, wenn die Schlacht der letzten Provinz geschlagen ist, steht ihr der Endgegner-Riege gegenüber, die gleich aus vier(!) Bossen besteht.

Die Engine erinnert stark an den zweiten Samurai Shodown Teil, wenn sie auch im direkten Vergleich etwas an Geschwindigkeit zugelegt hat, was teilweise zu einem leicht hektischen Spielablauf führen kann. Die Button-Belegung ist identisch mit SS2: A, B und A+B repräsentieren leichten, mittleren und harten Schlag und C, D und C+D entsprechend die Kicks. Wer seinem Gegner aus dem Stand einen ordentlich Satz auf den Pelz brennen will, attackiert mit B+C, einer Art Knockdown Technik, die den Gegner zu Boden zwingt, in der Ausführung allerdings etwas länger dauert. Drückt ihr die beiden Tasten im Sprung schleudert ihr sogar eure Waffe in Richtung des Gegners. Die müsst ihr allerdings dann auch selber wieder aufsammeln, sonst steht ihr dem Gegner mit blossen Fäusten gegenüber. Neben den Basic-Attacken dürfen natürlich die Spezialbewegungen nicht fehlen und so wurden auch die KK Recken mit entprechenden Halbkreisen und Dragonpunches ausgestattet. Leider fallen die Animationen der Moves etwas dünn aus.

Am unteren Rand des Bildschirms verfügen die Kämpfer auch noch über eine Magieleiste, die bei KK die Powerleiste von SS2 ersetzt. Ist sie aufgefüllt, könnt ihr eurem Gegner Magieattacken um die Ohren hauen. Letztere gibt es in mindestens drei verschiedenen Ausführungen pro Charakter und werden fast immer mit der Bewegung ‚unten, unten‘ plus A, B oder C aktiviert. Ausgetragen werden die Zweikämpfe in einer bunten RPG-Märchenwelt teilweise mit feudalem Touch. Die Qualität der Backgrounds bewegt sich dabei zwar eher im mittleren Bereich, dafür passen sie aber auch einwandfrei zum Flair des Spiels und Hintergründe wie der Marktplatz oder etwa die Waldlichtung machen einiges her und sind reich an kleinen Details. Witzig: steckt euer Schwert in der Heissluftballon Stage im Boden, seht ihr die Luft aus dem Ballon entweichen.

Zusätzlich interessant machen das Spiel die Items, die in regelmässigen Abständen von kleinen Krähenmännern im Flug abgeworfen werden. Hier gibt es Talismänner, die das Punktekonto aufstocken, stärkende oder heilende Mittel, Boni für die Magieleiste oder gar giftiges Gebräu, das den Kämpfer bei Berührung dizzy macht. Sogar Bananenschalen fallen ab und an vom Himmel, auf denen die Kontrahenten dann ausrutschen können! All das macht KK schon etwas verrückt. Nicht so verrückt wie etwa WakuWaku 7, aber eben auch verrückt. Besonders das strange Boss-Quartett bietet Anlass zum Schmunzeln. Hier tretet ihr der Reihe nach, erst gegen einen Affen(!), dann gegen einen Mech, danach gegen einen Wizard und letztendlich gegen Lucifeller himself an. Letzterer hat dann auch extra für euch die Bildschirmfüllenden Specials und Super mitgebracht.

Die Idee mit den Items und die damit geschlagene Bresche vom alten zum neuen Genre, ist auf jeden Fall gelungen und lässt vor allem im 2Spieler Mode viel Spass aufkommen. Die kleinen Fehler, wie etwa die schwachen Animationen oder die geringe Anzahl an Charakteren werden von der schönen Präsentation und der witzigen Musik wieder etwas ausgeglichen, sodass unter’m Strich immer noch ein interessantes Beat-em-Up der Mittelklasse bleibt. KK kann zwar nicht mehr mit aktuellen Produkten des Genres mithalten, ist aber dennoch vor allem im 2Spieler Mode sehr unterhaltsam!

KGenjuro | Torsten