Frog Feast

Zwei Frösche springen sich in einem Tümpel die Seele aus den Schenkeln, um möglichst viele Fliegen zu fangen. Und das am Neo Geo CD. Was ist passiert? Wo kommen die Schleimschleudern her? Mehr oder weniger unbemerkt von der Weltöffentlichkeit veröffentlichte in den Vereinigten Staaten Programmierer Charles Doty (www.rastersoft.net) ein Spiel namens Frog Feast. Und der Name „Frosch Festmahl“ trifft das Geschehen recht genau.

„Lick ‚em dead!“ (leck sie tot) prangt in großen Buchstaben auf der Packungsrückseite. Das ist keine leere Drohung! Allerdings handelt es sich um kein drittklassiges Porno-Spiel, sondern einen simplen, naturverbundenen Geschicklichkeitstest. Richtiges Timing und eine Portion Glück sind alles, was der Spieler braucht. Der steuert einen Frosch, der auf einem überdimensionierten Seerosenblatt hockt. Vögel zwitschern im Hintergrund. Auf einem zweiten Blatt gegenüber lauert der Gegenspieler – entweder vom Computer- oder einem menschlichen Mitspieler gelenkt. Das Ziel beider Parteien: So viele Fliegen wie möglich zu fressen. Denn über den Blättern treiben diese geflügelten Plagegeister ihr Unwesen.
Nach Knopfdruck auf „A“ hüpft Ihr grüner Kamerad in die Höhe. Noch mal „A“ gedrückt, rollt er seine klebrige Zunge aus. Sollte dabei eine Fliege vor seinem roten Lappen brummen, verschluckt er das Zappelvieh und bekommt einen Punkt. Wer nach 90 Sekunden vorne liegt, gewinnt. Durch kleine Hopser nach links oder rechts rückt der Spieler seinen Frosch zur optimalen Sprungposition (vier Fliegen auf einen Streich ist möglich) oder befreit sich aus dem Wasser.

8-Bit-Veteranen erkennen im Spielprinzip das Uraltspiel Frog Bog, Quelle-Kunden auch als „Hüpfende Frösche“ ein Begriff. Entsprechend der Vorlage bietet Frog Feast spielerisch wenig Tiefgang und die Kindergartengrafik entspricht ebenfalls nicht den Ansprüchen eines Neo-Geo-Anhängers. Doch steinigt mich: Ich gestehe, das Original schon auf meinem Atari 2600 gern gespielt zu haben. Jetzt wo dieser dunkle Fleck meiner Vergangenheit kein Geheimnis mehr ist, kann ich auch zugeben, dass mich Frog Feast durchaus zu einigen launigen Partien reizt. Gerade mit zwei Spielern. Quak!

(OT: Frog Feast) Rastersoft 2005/2006