Fatal Fury Special

Garou Densetsu Special

餓狼伝説 スペシャル

  • SNK

  • 1993

  • Beat'em Up

  • NGH / AES | MVS | CD

  • 150 Megs

  • 1-2 Players

1993, ein Jahr nach dem Release von Fatal Fury 2, eroberte Garou Densetsu Special die Herzen der NeoGeo Fans. Zum 93er King of Fighters Turnier schickte SNK gleich eine ganze Heerschar von Charakteren in den Ring. Neben den Serienhelden Terry Bogard, Andy Bogard und Joe Higashi, sind auch Kim Kapwhan aus Korea und Wrestler Big Bear aus Australien wieder dabei. Vorzeige-Ninja-Babe Mai Shiranui hat es sich nicht nehmen lassen und tritt zum zweiten Mal mit einer Handvoll deadly Ninja Bees an. Ihr Okinomiyaki vertilgender Verehrer Jubei ist auch mit von der Partie. Als Neuzugang verschlägt es den hippen Duck King direkt aus dem DJ-Nachtleben Southtowns in die Mitte der hungrigen Wölfe. Mit einer Mischung aus Kampfsport und Breakdance versucht er sich gegen seine Widersacher zu wehren. Was wäre FF ohne Southtown Obermotz Geese Howard (Garou MOTW?) und seine rechte Hand Billy Kane? Sie haben sich ein weiteres Mal aufgerafft um die nachtragende Bogard-Sippe ein für alle Mal auszurotten. Auch Wolfgang Krauser, der im Gegensatz zu Geese Howard immer schon etwas globaler dachte (erst Southtown, dann die Welt?), schwingt in Garou Densetsu Special seine Blitzbälle in Richtung Gegner. Komplettiert wird das Boss-Quartett durch die Anwesenheit Lawrence Bloods, der spanische Stierkämpfer und Boxer Axel Hawk. Alle vier Bosse können von Anfang an ausgewählt werden. Grossmeister Tung Fu Rue und der schwergewichtige Cheng runden den buntgemischten Haufen ab.

Die Engine ist im Gegensatz zum zweiten Teil stark verbessert worden, was vor allem die Geschwindigkeit betrifft. Markante Merkmale, wie etwa das Line-Switching in zwei Ebenen (via Tastendruck auf A+B) sind weiterhin vorhanden. Leider fehlt für heutige Verhältnisse etwas der Pepp und sie präsentiert sich ab und an doch etwas zäh, was logischerweise auf das Alter zurückzuführen ist. Gekämpft wird mit zwei schnellen und zwei harten Attacken, wobei ihr mit A und C auf eure Fäuste und mit B und D auf Kicks zurückgreift. Wer seinen Gegner mit einer Attacke in die alternative Ebene befördern möchte, tut dies durch drücken der Tasten C+D gleichzeitig (etwa vergleichbar mit dem Knockdown Blow aus KoF). Befindet sich der Widersacher nicht auf der selben Ebene wie euer Kämpfer, führt dieser durch drücken einer beliebigen Taste eine Sprungattacke auf die jeweils andere Ebene aus. Positiv aufgefallen ist mir das Comboverhalten der Engine. 4-5 Hit Combos gehen relativ einfach von der Hand und sehen in ihrer Ausführung auch für heutige Verhältnisse gar nicht mal schlecht aus. Grafisch bewegen sich die Charaktere auf dem Niveau von FF2, was ich persönlich nicht unbedingt als Vorteil sehe. Die grosse FF-Sprite-Revolution kam leider erst mit FF3. Nichts desto Trotz haben die Recken natürlich immer noch ihren Reiz und eben genau dieser Zeichenstil ist es, der FF-Fans von damals immer wieder schöne Erinnerungen beschert.

In Sachen Hintergrund Grafik hat man sich tüchtig ins Zeug gelegt. Trickreiche Stages wie ‚Mount Rushmore‘ oder die Bootsfahrt in Italien, erscheinen in jeder Runde in anderem Glanz (z.B. Tageslicht oder Dämmerung) und erfreuen einen auch heute noch bei deren Anblick. Auch Interaktivität ist viel in den Backgrounds zu finden, wie etwa ein Fass, das bei Berührung mit einem zubodenfallenden kaputt geht. Interessant: Fatal Fury Special war bereits ein Vorbote für die King of Fighters Reihe: kein geringerer als Ryo Sakazaki aus Art of Fighting fordert euch, falls ihr es geschafft habt, alle Gegner zu besiegen ohne eine Runde zu verlieren, zum Dream Match heraus. Übrigens nicht Ryo’s einizger Auftritt in einem Fatal Fury Game: in der Jahre später erschienenen PSX-Umsetzung des HyperNeoGeo Titels Fatal Fury: Wild Ambition war Ryo wieder zu Gast. Fazit: trotz leicht angestaubten Gameplays und für die heutigen Verhältnisse etwas unschöne Sprites ist FFS wegen den teilweise wirklich schönen Backgrounds, dem nach wie vor spassigen und innovativen Line-Switching und der für die Zeit extrem guten Combo-Engine immer noch ein Titel, den man wenigstens mal angespielt haben muss und der dem einem oder anderen sicher noch einigen Spass bringen kann. Auch weil es der letzte Teil im traditionellen FF-Gewand ist.

KGenjuro